Gebete und Impulse
aus dem Pastoralen Raum Soest

 

 

In vielen Kirchen ist es Brauch, dass Menschen in einem Gebetsanliegen eine Kerze anzünden.

Diese Möglichkeit geben wir Ihnen auch auf der Homepage der Abtei Königsmünster. Die Mönche nehmen Ihr Anliegen dann mit in ihr Gebet!

Hier klicken und eine virtuelle Kerze entzünden!

 

 

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  #Tragseil

    Glaube verbindet / Kirche trägt / Gott hält -
   
Gedanken zum Durchhalten, Aufatmen, Hoffnung behalten

       Bild: pixabay

 

Liebe Menschen im Pastoralen Raum Soest,
wir führen die Reihe der #Tragseil-Impulse weiter und stellen hier jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag einen neuen Impuls online. Diese Impulse sollen Ihnen während der Coronazeit, Hilfestellung und Ermutigung sein. Einige Seelsorger/innen aus dem Pastoralen Team werden ihre individuellen Gedanken in dieser so herausfordernden Zeit mit Ihnen teilen. Sollten Sie zu den Texten Gesprächsbedarf haben, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme, die jeweiligen Daten dazu finden Sie unter jedem einzelnen Denkanstoß.

Wir sind für Sie da!
Ihre Impulsgeber / Impulsgeberinnen

04.02.2021: #Kreisel(n) - oder können biblische Worte mutmachenden Schwung bringen

bunte Kreisel

 

Erinnern Sie sich noch?

(Foto: Pixabay)

 

 

Erinnern Sie sich auch noch?

Zugegeben, der erste Kreisel meiner Kindheit sah anders aus. Er war aus Metall und wenn man ihn genügend in Schwung gebracht hatte, dann begann er zu brummen. In meinen Fotoalben finden sich noch Bilder von ihm. Auch meine Kinder hatten so einen Kreisel. Und wenn ich mich recht erinnere, dann hat er nicht nur den beiden Freude bereitet. Nein, mindestens genauso viel Freude, so konnte ich immer wieder beobachten, hatten die unterschiedlichen Erwachsenen, die den Kreisel für die Kinder in Schwung gebracht haben. Auch dann noch, als sie es bereits längst selber konnte. Kreisel bereiten also Freude, den Kindern und den Erwachsenen. Woran liegt das? Zum einen vielleicht daran, dass das Spielen zum Menschsein gehört. Gott sei Dank! Spielen setzt Raum und Zeit, setzt Sorgen und Nöte außer Kraft. Beim Kreisel, so denke ich, kommt noch eine Faszination hinzu. Er steht für Buntheit, Bewegung, Drehung, Balance, Schwung, Leichtigkeit, Lebensfreude…. Vielleicht fallen Ihnen ja noch ganz andere Assoziationen ein.

Kreisel sind immer noch in und in unterschiedlichsten Ausführungen, vom Brummkreisel bis zum bunten Holzkreisel zu finden.

Warum schreibe ich mitten in einem bisher eher grauen Februar über den Kreisel? Ich frage mich schon seit längerem, ob und wie uns die Worte der Bibel in dieser Zeit tragen (können). Welche sind es? Welche geben Mut, Zuversicht, Hoffnung? Haben Sie, vielleicht schon ganz lange oder gerade aktuell, ein biblisches, mutmachendes Wort, das immer mal wieder in Ihnen kreis(el)t? Das Sie trägt? Sie in Schwung und / oder Balance bringt? Sie mit Leichtigkeit und Lebensfreude in Kontakt bringt, trotz allem.

Damit der Kreisel sich dreht, braucht er den Menschen, das Kind, den Erwachsenen. Den der mit ihm spielt und zunächst ihn in Schwung bringt. Einmal im Schwung folgt der Kreisel dann ganz seiner ihm innewohnenden Kraft und Bestimmung. Er wird dem Menschen selbst zur Freude und lädt ein, sich durch sein Spiel, seine Drehung, seine Leichtigkeit ´anstecken` zu lassen.

Ist es mit dem biblischen Wort nicht irgendwie genauso? Damit es sich entfalten kann, aufrichten und ermutigen kann, braucht es uns Menschen. Uns Menschen, die bereit sind, es in sich aufzunehmen, es in sich kreis(l)en zu lassen, sich von ihm `anstecken` zu lassen. Damit wir durch DAS WORT eine `innere Drehung` vollziehen oder einen möglichen Perspektivwechsel entdecken.

Vielleicht kann es ja in diesen Tagen guttun, mal hin und wieder das ein oder andere biblische Wort in sich kreis(l)n zu lassen.
Denn die Bibel ist ja voll von mutmachenden, Zuversicht gebenden und hoffnungsvollen Worten. Zum Abschluss nur eine ganz kleine Auswahl. Da ist von Füßen, die Rede, die in weiten Raum gestellt werden. Da ist von Segen die Rede, der alles übersteigt. Da wird der Heilige Geist, der Tröster, der Beistand zugesprochen und es erscheint den Jüngerinnen und Jüngern in tiefster Angst und Not Christus, das menschgewordene Wort Gottes mit den Worten: Habt keine Angst. Seid ohne Furcht. ICH BIN ES…

MNeuhausIhre Martina Neuhaus,
Gemeindereferentin
Zu erreichen über Mail: martina.neuhaus@pr-soest.de
oder Tel. 02921 6710676

03.02.2021: #Gedanken zum Blasiussegen

2021 02 01 Blasius

 

 

 

Wann hatten sie zuletzt einen “dicken Hals“ oder an etwas “schwer zu schlucken“?


Eine kleine Anekdote:
Da kommt einmal ein junger Mann und sagt vor dem Blasiussegen: „Ich brauche den Blasiussegen nicht zu empfangen, ich esse sowieso keinen Fisch.“ (Immerhin – er kannte die Legende vom Hl. Blasius, der vor seinem Martyrium einen Jungen, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, durch sein Gebet geheilt hat.) Und dann hat ein anderer zu diesem jungen Mann gesagt: „Weißt du, der Blasiussegen ist dafür da, damit alles geheilt wird, woran wir im Leben schwer zu schlucken haben.“

Im übertragenen Sinn drücken wir damit aus, dass wir etwas schwer herunterschlucken können, dass uns ein Wort im Hals stecken bleibt, uns die Kehle zugeschnürt wird.

Wir sprechen dann vom „dicken Hals“. Und das kennen wir doch von uns selbst.

• Wie oft bleibt auch uns etwas im Hals stecken, an dem wir – im übertragenen Sinn – „würgen“…

• Wie oft bleiben uns Worte im Hals stecken, weil wir kein Wort der Versöhnung finden …

• Wie oft schnürt sich uns der Hals ab, aus Angst, aus Sorge – um uns selbst und um andere…

• Wie oft bringen wir keinen Ton heraus, weil uns die Worte fehlen, um zu helfen und zu trösten …

• Wie oft bleibt uns aber auch die Stimme weg, wenn wir eigentlich mutig etwas sagen, uns einmischen sollten …

• Wie oft müssen wir etwas hinunterschlucken, was uns weh tut und verletzt hat…

Wenn Sie in ihrem Leben etwas haben, woran Sie schwer zu schlucken haben, dann ist es gut, den Blasiussegen zu empfangen und mit einem Gott zu rechnen, der Heil und Heilung schenkt.

Du guter Gott, bewahre uns vor Krankheit und Schaden –
hilf uns Menschen zu sein, die auch mit ihren Worten anderen gut tun.
Lass uns aussprechen, was wir fühlen und woran wir glauben.
Lass uns nichts Bitteres „im Hals steckenbleiben“.
Lass uns dich voll Freude loben und preisen. Amen

»Auf die Fürsprache des heiligen Blasius
bewahre dich der Herr vor Halskrankheit
und allem Bösen.
Es segne dich Gott,
der Vater, und der Sohn + und der Heilige Geist.
Amen.«

Gegen Halsleiden wird Blasius schon seit dem 6. Jahrhundert angerufen.
Seit dem Spätmittelalter zählt er zu den 14 Nothelfern.
Im 16. Jahrhundert entstand der sogenannte „Blasius-Segen“ 

HFeldmann M

Ihr Gemeindereferent
Hubertus Feldmann

Telefon: 02924 9749151
E-Mail: hubertus.feldmann@pr-soest.de

 

02.02.2021: #Hände erzählen

Kinderhand

 

 

 

 

Wenn Sie einem Menschen das erste Mal begegnen, was nehmen Sie dann an ihm oder ihr wahr?

 

(Bild: pixabay.de)




Meine Überschrift hat mich selbst schon verraten. Oft wandert mein Auge rasch zu den Händen. In unserem Leben begegnen uns sehr unterschiedliche Hände: große und kleine, zarte und abgearbeitete, junge und zerfurchte… Auf jeden Fall finden wir sie in den unterschiedlichsten Ausprägungen vor!

Das oben stehende Bild (www.pixabay.de) habe ich vor längerer Zeit für diesen Tag herausgesucht. Es zeigt eine besonders kleine Hand. Offensichtlich gehört sie zu einem Baby. Die Finger erscheinen klitzeklein, zart, zerbrechlich. Sie halten eine Blume fest, tun ihr wahrscheinlich aber nicht „weh“…

Wer heute noch nicht in den Kalender geschaut hat, dem verrate ich an dieser Stelle das Datum: Wir haben den 2. 2. 2021. Zweiter Februar – Da war doch etwas?! Richtig, wir feiern das Fest Darstellung des Herrn, der Volksmund nannte / nennt es Mariä Lichtmess. Es ist gleichzeitig das Patronat der kfd, somit grüße ich an dieser Stelle einmal in besonderer Weise alle Mitglieder unserer Frauengemeinschaften, die sich einsetzen zum Wohl für die Gemeinschaft, ihre Pfarrei oder auch den Ort, in dem sie leben.

Mit dem Fotomotiv werde ich heute Abend für und mit unsere(n) beiden Frauenverbände(n) – St. Bonifatius Bad Sassendorf & St. Christophorus Ostinghausen – den Gottesdienst feiern. Am Beginn soll ein kleiner Schreibanlass stehen, zu dem ich auch Sie gerne (wenn Sie mögen) nun einladen möchte: Stellen Sie sich vor, diese Hand könnte zu Ihnen sprechen! Was würde Sie Ihnen wohl in diesem Moment sagen?

Mit den KirchbesucherInnen möchte ich sodann „hineintauchen“ in die biblische Geschichte… Wir sind im Tempel von Jerusalem. Vierzig Tage sind nun vergangen, dass Maria ihren Sohn entbunden hat. Der jüdischen Tradition folgend bringen sie und Josef ihren Sohn in das Gotteshaus, wo sie auf zwei. weitere Personen treffen: Simeon, der sein Leben lang, auf die Begegnung mit dem Messias gewartet hat, und Hanna, fromme Prophetin und langjährige Witwe. Unter Hannas Lobpreis ergreift der Greis das Kind und vielleicht fällt dabei auch einer seiner ersten Blicke auf die kleine Babyhand.

• Gib mir Halt!
• Verletze mich nicht!
• Beschütze mich!
• Weise mir den Weg ins Leben…
• …. (Fügen Sie doch gerne hier Ihren eigenen Text ein!)

Es kommt zur Berührung. Jesu Hand liegt in Simeons. Augenblicklich darf der Alte seinen Gedanken freien Lauf lassen. Sie könnten lauten: „Du hast so kleine Hände, doch diese werden eines Tages groß werden. Damit wirst du Menschen heilen, trösten, umarmen, vom Tode auferwecken, Kinder streicheln, andere an die Hand nehmen, Brot teilen, Gutes tun…“

Maria, Josef und Jesus kehren nach dieser Begegnung in ihren Alltag zurück. Wie es mit Simeon weitergeht, verrät Lukas nicht. Wird seine Hand ab jetzt von diesem schicksalhaften Tag anderen berichten? Wird sie teilen, Liebe verschenken, trösten…? Kann Sie damit Vorbild sein für unsere eigenen Hände?

Im Schwerter Liederbuch finden wir dazu einen Liedtext, mit diesen Worten möchte ich Sie und Ihre Hand nun in Ihren Alltag entlassen:

Hände, die schenken, erzählen von Gott. Sie sagen, dass er mich erhält. Hände, die schenken, erschaffen mich neu, sie sind der Trost dieser Welt. (Schwerter Liederbuch, Singt dem Herrn, Nr. 158 /Autor: C. P. März)

Bleiben Sie selbst in Gottes Hand!

FHeckerBleiben Sie gesund!

Ihre Felicitas Hecker
Gemeindereferentin im PR Soest

Zu erreichen über Mail: felicitas.hecker@pr-soest.de oder Tel.: 02921 / 53614

 

01.02.2021: #Seht euch die Vögel des Himmels an

Vogelhaus

 

 

 

Von meinem Schreibtisch aus habe ich die Rückseite des Doms im Blick und auch ein Vogelhäuschen, das ich auf einer Säule im Garten platziert habe.

 

 

(Bild: privat)

 

Manchmal ist es dort sehr ruhig, aber morgens und mittags herrscht viel Betrieb. Fast alle heimischen Singvögel kann ich dort beobachten: Rotkehlchen, Amseln, Meisen, Kleiber und manchmal sogar Spechte, Ringeltauben und Elstern und zwischendurch kommen auch die Eichhörnchen und holen sich Körner und Nüsse. Es ist eine Freude sie zu betrachten. Mir kam dabei das Wort aus dem Matthäusevangelium in den Sinn: „Seht euch die Vögel des Himmels an: sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?“ (Mt 6,26)

Nahrung und Wert sind für mich die beiden zentralen Begriffe in diesem Satz. Nahrung ist Lebensmittel – ohne Nahrung können wir nicht leben. Nahrung schenkt Leben und das Evangelium erinnert daran, dass Gott, der Urheber allen Lebens auch Nahrung bereithält. Kommt bei Ihnen der Reflex eines „ja, aber“? Wie ist das dann mit dem Hunger in der Welt, den afrikanischen Gebieten, wo Heuschrecken alles vernichten und so vielen anderen Gründen, die die Lebensgrundlage zerstören? Diese Wirklichkeiten sind Teil der Welt, auch zur Zeit Jesu schon. Trotzdem erinnert er die Menschen an das Grundvertrauen, dass Gott für sie sorgt. Wir Menschen können und sollen dabei mithelfen diese Bewegung der Sorge füreinander aufzugreifen und damit Leben zu spenden. Das zeigt sich in den vielen Hilfsaktionen rund um den Erdball und auch viele Projekte in der Kirche – ich erinnere nur zuletzt an unsere Sternsinger-Aktion.

Nahrung geben ist aber nicht nur leiblich. Wir Menschen brauchen auch geistliche Nahrung. Vogelhäuschen und Dom habe ich gemeinsam im Blick. Die Kirche möchte so ein Ort sein, an dem die Seele genährt wird. Da liegen dann keine Kröner und Nüsse, da liegen Worte der heiligen Schrift, Raum für Stille, die Feier der Sakramente, Kerzen als Zeichen von Gebet und Licht, Bilder zum Meditieren und Gemeinschaft mit anderen Menschen. Hier finden Menschen einen Ort, um mit Gott in Verbindung zu kommen und sie können gestärkt weitergehen. Zum Vogelhaus kommen die Tiere, weil sie wissen, dass das Futter sie nährt. Ich wünsche mir, dass immer wieder Menschen entdecken, dass das geistliche Futter unseres Glaubens, das wir in der Kirche – als Gebäude und als Glaubensgemeinschaft – bereithalten, sie nährt. Nicht so sehr den Leib als vielmehr die Seele. Das ist aber nicht weniger wichtig. An den Schneetagen letzte Woche kamen mehr Vögel als sonst, vielleicht weil der Hunger größer war und andernorts weniger Futter. Ich habe den Eindruck, dass in dieser Corona-Zeit die Seele größeren Hunger hat als sonst, weil andere Futterquellen aus denen wir uns sonst nähren unter dem Schnee des Lockdowns verborgen sind.

„Seid ihr nicht viel mehr wert als sie (die Vögel)?“ Nehmen Sie diesen Satz und das Bild vom Vogelhäuschen mit durch den Tag. Ich wünsche Ihnen, dass Sie in dieser Zeit immer wieder geistliche Nahrung finden, hoffentlich auch in den Kirchen, die sie stärkt, in dieser schwierigen Zeit weiterzugehen. Das Bildwort Jesu von den Vögeln mündet schließlich in der Erinnerung an das Grundvertrauen in Gott: „Sorgt euch also nicht um morgen, denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug an seiner eigenen Plage.“ (Mt 6,34)
Alles Gute und Gottes Segen für Sie!

Dietmar Röttger

Ihr
Dietmar Röttger, Propst
Propst-Nübel-Str. 4
59494 Soest

Tel.: 02921/6710661
Email: dietmar.roettger@pr-soest.de

 

29.01.2021: #Ich glaube an die Liebe

Bild vom Holocaust-Museum in Berlin

 

Diese beiden Bilder nehmen uns mit zum Holocaust-Mahnmal in Berlins Mitte.

Stehlen systematisch geordnete.

Ein gerader Weg öffnet sich.

Das Ende ist erkennbar.

Wie ein wogendes Meer, das sich sanft gekräuselt.

 

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Am Anfang ist man noch größer als die Betonstehlen.

 

Wenn man weiter hineingeht wandelt sich der Eindruck schnell, alles um einen herum wird eng, ungewiss und bedrohlich.

 

Was man nicht sieht, sind die Untiefen.

 

Holocaust-Museum in BerlinLebensbedrohung und Zukunftsräume liegen in der Erinnerung von Sabina van der Linden-Wolanski (1927-2011 ) eng beieinander. Sie schreibt: „Während des Krieges habe ich eine Reihe von Tagebüchern geführt – meist in billigen Notizheften, die wir für Schularbeiten benutzten. Wundersamerweise besitze ich immer noch einige dieser Tagebücher oder zumindest Fragmente von ihnen, ebenso wie kostbare Fotos meiner Familie und Briefe, die mein Bruder mir schrieb, während ich unter falscher Identität versteckt lebte. Bis heute weiß ich nicht, wie das möglich ist. Wenn irgendjemand diese Dokumente, die meine jüdische Identität belegten, gefunden hätte, so wäre ich fraglos auf der Stelle erschossen worden.
Lange Zeit konnte ich mich nicht überwinden, einen Blick in meine Tagebücher zu werfen. Doch seit ich mir selbst gestattet habe, darin zu lesen, erinnere ich mich (…) wie wir sogar in jenem Augenblick, als unsere Welt immer auswegloser wurde, darüber sprachen, was wir tun würden, wenn wir überlebten. Wir wollten studieren.“

 

Holocaust-Museum in Berlin

Sabina van der Linden-Wolanski war die einzige ihrer Familie, die die deutschen Verbrechen in Ostpolen überlebte. Nach Kriegsende wanderte sie nach Australien aus. Das Schicksal ihrer Familie, der Habermans, ist Teil der Ausstellung im Ort der Information des Denkmals für die ermordeten Juden Europas.
Sabina van der Linden-Wolanski schrieb mit Blick auf die eigene Erfahrung:
„Erinnerung ist schmerzvoll, doch nicht so schmerzvoll wie das Vergessen und das vergessen werden. Seit mehr als zwei Jahrzehnten war meine Familie tot und ihr Mörder hatte nicht nur überlebt, sondern es war ihm gestattet worden, sein Leben wieder aufzubauen. Ich war es meinen Verwandten schuldig auszusagen, mich zu erinnern. Mein Bruder und mein Vater wurden im Arbeitslager von Friedrich Hildebrand hingerichtet. Sein Gerichtsprozess ermöglichte es mir, zum ersten Mal über meine Vergangenheit zu sprechen, über die nicht mal meine Kinder etwas wussten.“
1967 sagte Sabina van der Linden-Wolanski in Bremen als Zeugin beim zweiten Prozess gegen Friedrich Hildebrand aus, der zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.

 

Holocaust-Museum in Berlin

Im Mai 2005 war Sabina van der Linden-Wolanski Ehrengast in Berlin. Sie war Hauptrednerin bei der Einweihung des Denkmals für die ermordeten Juden Europas. Sie sprach im Namen der Opfer, aber auch als Stimme der wenigen, die der Vernichtung entkamen. „Ich kam nach Berlin, in die Höhle des Löwen und bei der Einweihung des großartigen Denkmals war ich die Stimme der 6 Mio. misshandelten und ermordeten Juden, die Stimme der Überlebenden.“

„Was bedeutet es, zu überleben?
Ich habe gelernt, dass Hass nur Hass hervorbringt.
Ich habe gelernt, dass wir nicht schweigen dürfen, und dass jeder einzelne von uns gegen das Böse in Gestalt von Rassismus, Diskriminierung und Unmenschlichkeit kämpfen muss.
Ich glaube an die Liebe und an die Möglichkeit die Welt zum Besseren zu verändern.“

Diese Sätze klingen nach. Eindrucksvoll. Nach all dem Leid Erinnerung zulassen, klar und deutlich der Spur des Lebens folgen.
Der 27.1. ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Ein Tag der wachsam macht, sich nicht von der Begeisterung für eine kranke Ideologie anstecken zu lassen. Ein Tag der wachsam macht, nichts wieder so groß werden zu lassen, dass es die wie auch immer definierten Anderen und eine ganze Gesellschaft überwogt wie die unaufhaltsame Kraft des Meeres.
Ich glaube, dass Erinnerung die Wachsamkeit stärkt, ich glaube dass auch unser christlicher Glaube die Botschaft in sich trägt dem zu widerstehen, was dem Leben entgegensteht.
„Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“. (Joh. 10,10)

 


Bild-Nachweise:

Bilder 1,3-5, lizensfrei von Pixabay
Bild 2 David Hassenforder, in: Pfarrbreifservice de

Text vgl.:
https://www.stiftung-denkmal.de/aktuelles/pressemitteilungen/in-tiefer-trauer-um-sabina-van-der-linden-wolanski/
• Video: https://www.facebook.com/StiftungDenkmal/videos/1196121514083083/
• und Leseprobe aus: Drang nach Leben,
https://books.google.de/books?id=LhT76XT3facC&pg=PA10&lpg=PA10&dq=SABINA+VAN+DER+LINDEN-WOLANSKI+rede&source=bl&ots=u_65WXrljb&sig=ACfU3U1pP-elyRNcd4hVeb6Vsdk9N7eb8w&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwj7prm_krnuAhWKDOwKHStyAcoQ6AEwFXoECAsQAg#v=onepage&q=SABINA%20VAN%20DER%20LINDEN-WOLANSKI%20rede&f=false

 

Ihr Gemeindereferent Detlev Gethmann


Pater Cornelius

 

 

Gemeindereferent Detlev Gethmann
Gemeindereferent

Telefon: 02921 67106-71
E-Mail: detlev.gethmann@pr-soest.de

 

 

 

 

28.01.2021: #Schneeflöckchen, Weißröckchen ...

Schneeflöckchen

 

 

Schneeflöckchen, Weißröckchen ...

 

 (Bild von Jill Wellington auf Pixabay)



Immer wieder kam mir in den vergangenen Tagen dieses Lied in den Sinn, denn das Wetter hier am Möhnesee hat es ja mit sich gebracht, dass es des Öfteren geschneit hat. Ich finde Schnee einfach großartig, solange ich nicht mit dem Auto unterwegs sein muss. Und ich liebe es, vom Zimmer aus den Schneeflocken zuzusehen, wie sie tänzelnd so langsam Richtung Boden sich bewegen und ich dabei ins Träumen komme. Früher, in der Schule, wurde ich damals vom Lehrer schon mal aus den Träumen zurückgeholt, wenn mein Blick aus dem Fenster zu lange gedauert hat, aber noch heute genieße ich die Ruhe und das Innehalten nicht nur, wenn es schneit, sondern auch im Gebet und im stillen Verweilen in der Kirche.

Beim Gottesdienst im Seniorenheim habe ich vor Kurzem gefragt, weshalb Gott den Winter gemacht hat und als Antwort kam dann schnell, weil es für die Natur gut ist, weil es diese Zeit der Kälte und des Frostes braucht, damit im Frühjahr wieder vieles neu zu spießen und blühen beginnt. Ja, es braucht diese Zeit, wo alles einmal etwas langsamer läuft…

Einfach sich einen Moment Auszeit nehmen, ob in der Kirche, bei einer anstrengenden Arbeit oder beim Blick aus dem Fenster. Es ist gut und tut gut. Und es ermöglicht den Blick auf die kleinen Wunder des Alltags. Denn wenn man sich zum Beispiel eine Schneeflocke genauer ansieht, dann kommt man durchaus ins Staunen. Jede einzelne Flocke, ein kleines Wunderwerk, jede einzelne ganz besonders. Ganz so, wie es im Lied „Schneeflöckchen“ besungen wird. „Komm setz dich ans Fenster, du lieblicher Stern, malst Blumen und Blätter, wir haben dich gern.“

Sehen Sie sich das Bild zum Impuls einmal an und staunen Sie mit, wie vielfältig Schneeflocken doch aussehen. Aber nicht nur Schneeflocken sind ein kleines Wunder, es gibt noch so viel mehr, auch in dieser Corona-Zeit. Viel Freude beim Entdecken und wohltuende Zeiten beim Blick aus dem Fenster.

Liebe Grüße und einen guten Tag wünscht Ihnen

Pater Cornelius

 

Ihr P. Cornelius Wanner OSB
Tel. 02924 / 9 74 91 52
E-Mail: cornelius.wanner@pr-soest.de

 

 

 

27.01.2021: #"Irgendetwas bleibt"?

Ja, ich weiß! Weihnachten ist längst vorbei und von den meisten Menschen zur Seite gelegt. Aber als ich die Tage an dem Reststumpf des Weihnachtsbaumes der St. Albertus-Magnus Gemeinde vorbeifuhr, war der Gedanke da: bleibt etwas von diesem sonderbaren Weihnachten? Bleibt bei den Menschen etwas hängen?

„irgendwas bleibt“, singt die Band Silbermond in einem ihrer Lieder und Trude Herr meint bekanntlich: „niemals geht man so ganz – irgendwas von mir bleibt hier“. Okay zugegeben – das ist aus dem Zusammenhang gerissen. Aber die Frage ist für mich da: bleibt von diesem Corona-Weihnachten etwas hängen?

Wenn ich ehrlich bin, befürchte ich, dass folgendes Gefühl hängen bleibt: Weihnachten geht auch ohne Kirche. Ganz ohne, oder mit einem Glas Wein vor dem Fernseher und ausschalten, wenn es einem nicht passt – daran könnten sich Menschen gewöhnt haben.

Ist das schlimm? Für mich ja. Ich liebe die vollen Kirchen und die heimelige Atmosphäre der Weihnachtsgottesdienste, die es so eben nur an Weihnachten gibt. Aber ist es wirklich schlimm?

Ich weiß keine richtige Antwort darauf. Grundsätzlich gehe ich solche Fragen so an, dass ich sage: „Wenn Menschen meine Angebote nicht annehmen, dann müssen sich nicht die Menschen ändern, sondern ich meine Angebote“. Nächstes Jahr werden wir sehen, was geblieben ist.

Eins aber ist sicher. Weihnachten bleibt! Gott ist ein für alle mal in diese Welt gekommen und das bleibt. Und die Hoffnung, die sich damit für uns alle verbindet, dass er bei uns Menschen ist – gerade dann wenn es dunkel und kalt ist. Dafür scheint mir der Reststumpf auf dem Bild ein sprechendes Bild zu sein. Er bleibt.

Und er erinnert mich an den abgerupften Ficus Benjamini, der in einem Krankhaus im fensterlosen Keller vor der Tür eines MRTs steht. Reinhard Mey beschreibt ihn in einem seiner Lieder. „Er ist die einz´ge Pflanze, die es in der Unterwelt, auf Dauer mit dem  Kummer und all´ den Seufzern aushält…. Er kennt ihn, den Geruch der Angst, der an den Wänden klebt. Er kennt das Schwert des Damokles, das über allem schwebt.

Du kommst hier wieder raus…die Tür geht wieder auf vor dir. Der Ficus Benjamini aber bleibt für immer hier.“ (R.Mey, Ficus Benjamini auf der CD Mairegen).

Dieser Baum ist für mich ein modernes Bild unseres Gottes. Auch er bleibt und hält mit uns all unseren Kummer aus. Das bleibt!

 

Andreas Krüger

 

Ihr Andreas Krüger, Gemeindereferent

andreas.krueger@pr-soest.de
02921 3690388

 

 

26.01.2021: #...diese Zeit müssen wir nutzen?!

Uhr

 

 

Liebe Schwestern und Brüder, nun gehen wir schon auf den 11. Monat zu, in dem uns die Pandemie beeinträchtigt.


(Bildquelle: geralt / Pixabay.com/Pfarrbriefservice.de)

 



Ich möchte mit Ihnen heute einige Gedanken teilen, die aus Gesprächen der letzten 14 Tage stammen. Immer wieder war in diesen Gesprächen der Wunsch zu spüren, dass das Mitein-ander wieder in anderer Form möglich sein möge, dass Einsamkeitsgefühle aufgelöst werden mögen.

Begegnungen fehlen, die uns heil-froh werden lassen – sie wären so wichtig und sie sind vielleicht doch möglich! Wir müssen vielleicht lernen, diese Zeit anders zu nutzen: z.B. darauf achten, dass ein Dank – ob auf dem Parkplatz, ob im Supermarkt, ob an der Käsetheke ob an der Kasse, ob in der Nachbarschaft oder in der Gemeinde nicht doch möglich wäre? Wir spüren, wenn wir es tun: Es tut dem Empfänger gut – und es tut dem gut, dem ein gutes Wort eingefallen ist, ja, der die „Begegnung“ in all ihrer Einschränkung zu einem Neubeginn gemacht hat. HEIL-FROH werden, heißt: Sprachlosigkeit, Ängste, Dünn-häutigkeit und Verkrampfungen lösen sich. Blick-Kontakte, auch mit Maske, lösen beim Gegenüber nicht selten ein dann doch sichtbares Schmunzeln aus, das man an den leuchtenden Augen entdecken kann – trotz Maske. Neues kann wachsen. Und ein Teil des Neuen könnte sein: Ausharren; Vergeben, nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen und das tröstende Sich-Verschenken. Etwas nach vorne Gerichtetes tun, statt die Leere nur über sich ergehen lassen oder vielleicht auch ganz bewusst sich mit ihr auseinandersetzen, dann im Sinne von Rainer Maria Rilke, der von sich sagte: „Ich liebe meiner Seele Dunkelstunden, (…) weil sich da meine Sinne vertiefen und das Wissen, dass es noch ein anderes Leben gibt.“


  • - „Wir sollten Vertrauen und Mut haben, die LEERE auszuhalten“, sagen die Psychologen – Doch ich erlebe auch immer mehr Dünnhäutigkeit und Aggression bei meinen Mitmenschen- vielleicht weil wir so viel Leere aushalten müssen. Was mir hilft ist die Erkenntnis, dass in den meisten Begegnungen - und seien sie noch so kurz - hilft, auch die eigene Bedürftigkeit auszusprechen, weil das dem anderen Brücken baut.
  • - „Wir müssen lernen, diese Zeit zu nutzen“, sagen uns die Psychologen – „es könne eine gute Zeit sein, z.B. unser Leben zu entrümpeln.“ Doch wie kann man nutzen, wie kann man durchhalten, wenn genau das fehlt, was uns als Menschen guttut? BEGEGNUNG und NÄHE, um gerade auch die Ängste zu teilen, die uns umtreiben?
  • - „Wir sollen darauf achten, was uns glücklich macht“, sagen uns die Psychologen. Glücksforscher gab es zu allen Zeiten – denn schon im Alten Testament können wir beim Chronisten (2.6,1) lesen: „Gott will mit im Dunkeln wohnen – ER will dem Menschen gerade dort nah sein, wo ihn Dunkelheit bedroht.“

  • ⇒ Der Mediziner und Kabarettist Dr. Eckart von Hirschhausen empfiehlt: „Legen Sie sich einen Glückskalender an, in dem Sie alle Glücksmomente eines Tages sammeln… Wenn wir das Glück so verstehen, wie die Kinder und die Fachleute es uns sagen, dann wird es keinen Tag geben, an dem wir nichts einzutragen hätten und von dem wir früher gesagt haben: Heute stimmt aber auch gar nichts!“
    ⇒ Und Jörg Zink meint: „Du kannst in einer bestimmten Stunde und für bestimmte Menschen zu einem Wort werden, oder doch wenigstens in die Nähe dessen kommen, was an dir Wort wäre… Wenn du zu einem Wort geworden bist, dann gehen Liebe und Klarheit, Vertrauen und Zuversicht aus – von dir – zu jeweils dem Menschen in deiner Nähe, der ohne ein solches Wort schlicht an seinem Leben und Schicksal verzagen würde…“
    ⇒ Und Karl Rahner gibt uns hoffnungsvoll zu bedenken: „Wir gehen – wir müssen suchen. Aber das Letzte und Eigentliche, das kommt uns entgegen und sucht uns. Freilich nur, wenn wir gehen, wenn wir entgegen gehen! Und wenn wir gefunden haben werden, weil wir gefunden wurden, werden wir erfahren, dass unser Entgegengehen selbst schon getragen war von der Bewegung Gottes zu uns…“

Vielleicht finden Sie ja in einer der Aussagen, etwas, was auch Ihnen Mut macht – im Umgang mit der jetzigen Zeit und im Ausprobieren von Neuem. Mir hat Karl Rahner noch mal eine andere Blickrichtung geschenkt: dass Gott uns entgegenkommt, dass ER uns sucht, dass ER uns finden möchte, dass ER es ist, der uns trägt und, dass mein IHM – Entgegengehen schon von Seiner Bewegung auf mich zu getragen ist. Wer glauben kann, dass Gott auch in unserem Dunkel wohnen will – ER, der doch das Licht ist – für den können die vielen dunklen Stunden ihre Bedrohlichkeit verlieren und Neues könnte wachsen.


In Verbundenheit grüßt Sie alle herzlich

UvanRaay
Ihr
Pfr. Uwe van Raay uwe.vanraay@pr-soest.de

 

25.01.2021: #Ich wünsch dir was Gutes

 

 

 

Kennen Sie das?

 


Bild von Hans Braxmeier auf Pixabay

Wenn Menschen sich begegnen, miteinander sprechen und wieder verabschieden, dann taucht zum Abschied häufig eine Formulierung auf, wie etwa: „Ich wünsche dir was Gutes“. Und da wir noch relativ früh im neuen Jahr 2021 sind, ist das Thema „Wünsche“ vielleicht noch aktuell, bezogen auf die Zukunft im neuen Jahr. Gerade in den ersten Wochen eines neuen Jahres wird besonders viel gewünscht.

Im Evangelium des heutigen Tages steht der Auftrag Jesu an seine Freunde, die Jünger: „Geht hinaus in die Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen.“ (Mk 16,15) Dieser Auftrag wurde mittlerweile mehr als 2000 Jahr weitergegeben bis heute. So sind auch wir heute noch aufgefordert, in unserem Alltag in unserer Gesellschaft mit den anderen Menschen ein Stück vom Evangelium sichtbar werden zu lassen. Wie kann das geschehen? In der Tat und im Wort.

Und da bin ich wieder bei unseren Wünschen. In der Tradition der irischen Segenswünsche werden viele Wünsche ausgesprochen, und zwar für alle Gelegenheiten und in allen Lebenslagen, oftmals sehr humorvoll, klug, weise und poetisch. So finden wir den Segen auch in vielen Religionen. Aber was soll der Segen bewirken, was kann das „benedicere“, das „Gutes zusagen“ bewirken?

Wenn wir etwas wünschen, dann lenken wir die Aufmerksamkeit auf das Gute im Menschen und verstärken dieses. Es kann positive Energien freisetzen, es geht um eine positive, schöpferische Kraft, die angestoßen werden soll. Und dies geschieht bei dem, der dem anderen Gutes wünscht und dem, der den Wunsch erhält. Schließlich ist das Wünschen, das Segnen eine besonders schöne und auch wirkungsvolle Form des Schenkens. Sie tut dem, der den Segen erhält, genauso gut wie dem, der ihn gibt. Manchmal bewirkt ein Wort-Geschenk viel mehr, als ein materielles.

Und so sind wir voll und ganz im Auftrag Jesu unterwegs: „Geht hinaus in die Welt und verkündet das Evangelium“. Gute Wünsche sagen, verschenken, sind Werke und Verkündigung des Evangeliums. Es ist doch für beide Seiten ein wunderbares und auch verbindendes Gefühl, wenn ein Segenswunsch von einem zum anderen geht. Und es macht unser Miteinander, gerade in Zeiten wie diesen, in denen wir Zuspruch und gute Wünsche besonders brauchen, ein wenig besser und freundlicher, ein wenig optimistischer und heller.

Ich möchte Ihnen und Euch auch einen Segenswunsch schenken, den ich vor ein paar Tagen gefunden habe:

Möge dein Anfang gesegnet sein... von Sabine Heuser

Bitte hier klicken!

 

So wünsche ich uns diese gesegnete Verbundenheit und hoffe, dass wir zuversichtlich Schritt für Schritt weiter in das neue Jahr gehen können!

© 20Sonja Rudolph20 Pastoralverbund Soest

Ihre Sonja Rudolph,
Klinikseelsorgerin und Gemeindereferentin zu erreichen über E-Mail sonja.rudolph

 

 

22.01.2021: #Schreibanleitung! - für (d)eine Momentaufnahme!

 

Schneeglöckchen

 

Vor einigen Tagen habe ich durch einen Zufall auf der Seite des Bistums Münster eine interessante Anregung gefunden.

 


(Foto: privat)

Unter der Überschrift: Sich etwas von der Seele schreiben, hat Lisa Oesterheld, Referentin im Bereich Exerzitien und Seelsorge dort eine Anleitung veröffentlicht, die ich mit ihrer Erlaubnis gerne an Sie weitergeben darf.

Sich etwas von der Seele schreiben
Wie das Erzählen und Beten erleichtert, kann auch das Aufschreiben helfen. Es verschafft neue Perspektive. Folgende einfache Möglichkeiten gibt es, eine Momentaufnahme zu schreiben.

Schreibe ein Wort auf, das jetzt in dir lebendig ist.
Dann schreibe zu diesem Wort neun weitere Wörter.

Welches deiner neun Worte hat viel Energie? Von diesem Wort aus, fange jetzt an zu schreiben! Schreib zehn Minuten, nicht länger. Nimm wahr, wie es dir dabei und danach geht. Im Schreiben bist du mit dir und mit Gott in Kontakt! Den Text kannst du jemand schicken oder dich selber daran freuen!
(nach Lisa Oesterheld)

Als ein Beispiel hier nun meine heutige Momentaufnahme. Das lebendige Wort ist MUT. Die neun weiteren Worte: 1. Verzagtheit. 2.Schneeglöckchen 3. Gott. 4. Farbenvielfalt. 5. Seele. 6.herzensehend. 7. Blick. 8. Du. 9. Wagnis

herzensehend
Verzagtheit liegt als Schleier auf der Seele - ein wenig.
Die innere Farbenvielfalt - reduziert auf ein Grau.
Der Blick nach draußen scheint die Farbe zu spiegeln – grau!
Hast Du deinen Farbeimer vergessen, Gott?
Und wie von innen geführt,
findet plötzlich der suchende Blick – herzensehend
die ersten Stängel eines Schneeglöckchens.
Mut verströmend,
zum Wagnis
vertrauensvoll selbst neu aufzuleben.

Und nun liebe Leserinnen und Leser, sind Sie herzlich eingeladen, am heutigen Freitag oder am Wochenende sich selbst auszuprobieren und mitzumachen. Ob dabei ein kleiner Notiztext, eine Geschichte, ein Gedicht oder Reim entsteht, es wird Ihre Momentaufnahme. Die Sie mit sich selbst und Gott in Kontakt bringen kann. Frau Oesterheld ermutigte während des Telefonats sehr, Sie einzuladen es einfach zu wagen. Das tue ich hiermit. Vielleicht folgen Sie ja auch der Idee und schicken `Ihre Momentaufnahme` an einen lieben Menschen. Auf jeden Fall bitte ich Sie herzlich Ihre verschriftlichten Momentaufnahmen gut aufzubewahren. In meinem Kopf bewegen sich schon erste Gedanken, wie wir die zu gegebener Zeit mal zusammenbringen könnten.

Mit ermutigenden Grüßen

MNeuhausIhre Martina Neuhaus,
Gemeindereferentin
Zu erreichen über Mail: martina.neuhaus@pr-soest.de
oder Tel. 02921 6710676

 

 

  

21.01.2021: #Manchmal muss ich eben springen

Trapezkünstler leben gefährlich. Von daher nutzen sie ein Netz, aus Sicherheitsgründen. So ein Netz verhindert im Notfall das Schlimmste. So ein Netz ist wie eine Lebensversicherung.

Wer vielleicht am nächsten Wochenende in der Kirche das Evangelium hört, der hört die Berufungsgeschichte der ersten Jünger durch Jesus. Er spricht einige Fischer am See von Galiläa an und sagt nur: „Kommt und folgt mir nach.“…. Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten Jesus. Das war damals ziemlich unvernünftig etwa so als würde heute ein Trapezkünstler ohne Netz auftreten.

Das Fischernetz war ja schließlich wie eine Lebensversicherung für den Fischer: Ohne Netz keine Fische, ohne Fische keine finanzielle Absicherung, ohne Absicherung wird das ganze Leben unsicher(er). Und die Jünger setzen noch einen drauf: Sie lassen auch den Vater sitzen – und damit so viel wie den gesamten familiären Halt, sozusagen die Sozialversicherung in biblischer Zeit. Kann man denn so unvernünftig sein und alle Sicherheiten hinter sich lassen. Ganz schön starker Tobak, der uns da zugemutet wird.

Wir heute leben da lieber mit unsern Sicherheiten und Netzen, die wir uns geschaffen haben – die Zukunft ist geplant, alles durchorganisiert, wenig bleibt dem Zufall überlassen. Aber geht dann Nachfolge und Berufung heute eigentlich noch?

Jesus sagt uns heute: All deine Absicherungen und Vorsichtsmaßnahmen sind schön und gut. Aber sie taugen nur bis zu einem bestimmten Punkt. Es gilt im Leben immer wieder den Sprung aus der Zirkuskuppel zu wagen, auch wenn kein Netz zu sehen ist. Manchmal musst du einfach springen oder den Schritt wagen.

Das gilt für jeden Lebensabschnitt. Kein Jugendlicher weiß, ob seine Berufswahl in 20 Jahren noch trägt. Keiner weiß, ob die eingegangene Ehe immer halten wird. Kinder werden geboren, ohne deren Zukunft wirklich ganz in der Hand zu haben. Und der Altgewordene fragt sich, ob er den Heimplatz nicht doch noch mal ablehnen soll.

Manchmal muss man eben springen, den Schritt wagen.

Und Jesus gibt seinen Jüngern zu verstehen, dass man es tun kann im Vertrauen darauf, dass Gott mich auffängt, in diesem Vertrauen kann ich springen, den nächsten Schritt wagen. Das Gott da ist, ist das Einzige, was meistens bleibt. Aber diese Zusage steht.

Deswegen hat Nachfolge auch sehr wenig mit Gehorsam, ganz wenig mit Geboten oder persönlicher Leistung zu tun, sondern sehr viel – unendlich viel – mit Vertrauen zu tun.

Spring, folge mir nach, sagt Jesus, ich bin da und fange dich auf. Du kannst es wagen.

In diesem Sinne wünsche ich ihnen viele gute Erfahrungen bei ihrer Nachfolge.

HFeldmann M

Ihr Gemeindereferent
Hubertus Feldmann

Telefon: 02924 9749151
E-Mail: hubertus.feldmann@pr-soest.de

 

Teatime

 


Ja für die Engländer ist sie etwas ganz Besonderes. Ihre Teatime.

 

(Bild: pixabay.de)





Bei mir ist der Favorit eher der Kaffee, gerne auch in seinen Varianten Latte macchiato oder Cappuccino. Doch in den Wintermonaten greife ich durchaus schon mal zu einem Teebeutel.

Da ich Ende November meinen Namenstag feiern darf, hat mir meine Schwester im vergangenen Jahr zu diesem Anlass einen Teeadventskalender Marke Eigenbau geschenkt. Was war ich erstaunt über die Fülle an Teesorten, die es gibt! Hätten Sie gewusst, dass man im entsprechenden Regal auf Namen wie Heidelbeer-Joghurt, Zimtschnecke, New York Chai, Winterzeit, Sweet Kiss oder California Dream stoßen kann? Mir war da doch einiges neu…

Als ich in der letzten Woche in meinem neuen Kalender stöberte, stach mir ein Text mit der Überschrift „Der Teebeutel“ ins Auge! Darin wird der Glaube mit einem Teebeutel verglichen: Er kann – wenn er richtig reingehängt wird – Farbe, Duft, Aroma in wunderbarer Weise versprühen. Besonders kommt er in der Gemeinschaft zur Geltung. Viele Zutaten können in einer einzigen Teesorte enthalten sein, erst dann passt es, erst dann ist die volle Entfaltung da. Und so sei es auch in der Gemeinde, meint die Autorin. Durch die vielen Talente, die vielen Menschen, die sich einbringen, macht Gemeinde erst Geschmack.

Denken Sie doch einfach mal darüber nach – vielleicht bei einer Tasse Tee!

FHeckerBleiben Sie gesund!

Ihre Felicitas Hecker
Gemeindereferentin im PR Soest

Zu erreichen über Mail: felicitas.hecker@pr-soest.de oder Tel.: 02921 / 53614

 

 

 

18.01.2021: #Warum?

Fragezeichen 

Fragen stellen - Interesse haben

 

 

(Foto: pixabay.de)




Das heutige Tagesevangelium (Mk 2, 18-22) beginnt mit einer Frage: “Da die Jünger des Johannes und die Pharisäer zu fasten pflegten, kamen Leute zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer fasten?“

An verschiedenen Stellen in der Bibel werden Fragen an Jesus gerichtet, nicht selten mit dem Zusatz: „um ihn auf die Probe zu stellen.“ Auch wir kennen das. Im alltäglichen Leben, in politischen Reden, bei Auseinandersetzungen, werden Fragen genutzt, um jemand in Frage zu stellen, ihn und seine Person in ein schlechtes Licht zu rücken. Der Fragende ist nicht immer an der Antwort interessiert. Er erwartet nicht, einen anderen Standpunkt kennenzulernen oder eine neue Einsicht zu gewinnen.

Wieviel Energie es kostet, wie sehr es eine Person treffen kann, wenn sie sich in Frage gestellt fühlt, wenn hinter einer Frage spürbar die Absicht steht, in eine Schublade gesteckt zu werden oder das Gefühl vermittelt zu bekommen, dass man besser nicht man selbst sein solle, kennen wir vielleicht aus eigener Erfahrung.

Und dabei ist, Fragen zu stellen, gerade in der heutigen Zeit, in einer Welt in der in immer größeren und vielfältigeren Zusammenhängen gedacht werden muss, eine gute und kluge Haltung - fragen in einer offenen Haltung, mit der Suche nach einer vielleicht sogar herausfordernden Antwort.

Zurück zu unserer Bibelstelle. Die Tatsache, dass die Fragen im Tagesevangelium als „die Leute“ bezeichnet werden und nicht Vertreter einer der bekannten Interessengruppen sind, lässt Offenheit vermuten. Und was erfahren die Leute? „Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange der Bräutigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten. Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; an jenem Tag werden sie fasten.“ Jesus macht sich zum Maßstab. Er stellt die Beziehung seiner Jünger zu ihm hier auf eine Stufe mit dem Fasten für Gott. Sein Anspruch, der Retter zu sein, klingt an. Kann ein Mensch Sohn Gottes sein? Ist Gott so, dass er als Mensch unter uns lebt? Wäre der Glaube an so einen Gott überhaupt tragfähig? mögen sich die Zuhörer vielleicht gefragt haben.- Jesus bekräftigt seine Antwort noch mit zwei Bildern:

„Niemand näht ein Stück neuen Stoff auf ein altes Kleid; denn der neue Stoff reißt doch vom alten Kleid ab, und es entsteht ein noch größerer Riss. Auch füllt niemand neuen Wein in alte Schläuche. Sonst zerreißt der Wein die Schläuche; der Wein ist verloren, und die Schläuche sind unbrauchbar. Neuer Wein gehört in neue Schläuche.“

Diese Antwort wird bei manchen Widerstand ausgelöst haben. Die Geschichte der Nachfolge zeigt, dass diese Antwort für einige, später viele, genau ihre Fragen beatwortet hat.   Pfeile

Wohl allen, die sich in ihrem Leben die Haltung bewahren, offen zu fragen. Die sich im Verstehen üben und Neues zulassen und dieses vielleicht sogar in ihr Leben integrieren können.

Bleiben Sie neugierig. Bleiben Sie mutig und finden Sie mit der Liebe zu Gott und den Menschen als Kompass Ihren Weg, die immer neuen Herausforderungen des Glaubens und Lebens zu meistern.

Ihr Gemeindereferent Detlev Gethmann


Pater Cornelius

 

 

Gemeindereferent Detlev Gethmann
Gemeindereferent

Telefon: 02921 67106-71
E-Mail: detlev.gethmann@pr-soest.de

 

  

 

15.01.2021: #Wie gut, wenn man Freunde hat

 

Bild aus dem Morgenland

 

Ich sage dir:
Steh auf, nimm deine Tragbahre und geh nach Hause!
(Mk 2,11)

 

 (Bild: P. Cornelius Wanner OSB)

 

So hören wir Jesus heute im Tagesevangelium (Mk 2,1-12) zu einem Gelähmten sprechen.

Ja, wenn das nur so einfach wäre, wenn ich all das, was mich zu Boden drückt, was mich schwer belastet und immer wieder lahmlegt, so einfach auf die Schulter nehmen und damit weggehen könnte.

Manchmal hat mich alles so sehr im Griff, dass ich es aus eigenen Kräften nicht schaffe. Wie gut ist es da, wenn es in diesen Tagen und Zeiten dann Menschen gibt, die mich da im wahrsten Sinne des Wortes tragen. Denen kein Weg zu weit und keine Anstrengung zu groß ist. Die für mich quasi einem anderen aufs Dach steigen, damit mir geholfen wird.

Überlegen wir heute einmal, welche vier Menschen habe ich an meiner Seite, denen ich in dieser Weise vertrauen und auf die ich ganz sicher bauen kann?
Welche vier Menschen würden sich nicht aufhalten lassen durch Hindernisse auf dem Weg und für mich aufs Dach steigen, damit mir geholfen wird?

Ich hoffe sehr, dass uns mehr als nur ein Mensch einfällt, der uns tragen würde und vielleicht können wir heute diesen (vier) Menschen einfach DANKE sagen, dass sie da sind, dass es sie gibt. Vielleicht durch eine kleine Geste, durch einen Anruf oder sonstige Zeichen, die unseren Dank zum Ausdruck bringen.

Denn nachdem er den Glauben derer sah, die ihn auf der Bahre getragen hatten, sagte er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm deine Tragbahre und geh nach Hause!

Liebe Grüße und einen guten Tag wünscht Ihnen

Pater Cornelius

 

Ihr P. Cornelius Wanner OSB
Tel. 02924 / 9 74 91 52
E-Mail: cornelius.wanner@pr-soest.de

 

 

14.01.2021: #Was menschlich ist... oder: Chapeau, Herr Ramelow!

Kirchrarbach

 

 

Kennen Sie irgendeine berühmte Persönlichkeit der letzten Jahre, die öffentlich zu einem Fehler gestanden hat und zumindest den Versuch unternommen hat, ihn wieder gut zu machen. Ein Politiker vielleicht? Ein Sportler? Ein Schauspieler, ein Musiker?

 




manchmal scheint etwas Menschlichkeit durch… 

(Foto: Andreas Krüger privat)

 

Nein? Dann geht es Ihnen wie fast allen Kommunioneltern. Auch denen stelle ich immer beim Elternabend „Beichte“ diese Frage. Damit will ich für das sensibilisieren, was ich für gut und richtig bei der Beichtvorbereitung der Kinder halte. Und das möchte ich Ihnen heute erzählen.

Zunächst bitte ich die Eltern, ihren Kindern nicht mehr von früheren Erlebnissen zu erzählen. Die Geschichten von dem unnahbaren Mann im dunklen Kasten, der mich aushorcht, sind nun wirklich vorbei! Ich habe sie in 30 Berufsjahren bei keinem Priester je erlebt. Im Gegenteil: die Priester gehen sehr liebevoll mit den Menschen um und haben oft einen guten Rat für das, worüber gesprochen wird, parat.

Dann frage ich beim Elternabend die Eltern, ob es nicht richtig und gut für uns Menschen ist, wenn wir (wenigstens einmal im Jahr) uns selbst einen Spiegel vorhalten und uns fragen, ob wir nicht irgendetwas ändern müssten. Ob nicht irgendwas schief läuft, ob wir noch auf dem Weg sind, den wir eigentlich gehen wollen… Und, ob es nicht absolut menschlich ist, sich selbst gegenüber wirklich ehrlich zu sein.

Ich stelle diese Fragen, weil es mir scheint, dass so eine Haltung heute nicht „in“ ist. Wie oft höre ich: „Ich habe niemanden umgebracht und ich habe nicht geklaut, ich bin doch ein guter Mensch“!
Reicht das zum Menschsein? Wollen wir dazu unsere Kinder erziehen?

Ich jedenfalls nicht! Im Gegenteil: ich möchte helfen, Fehler erkennen zu können, zu ihnen stehen zu können, sie zugeben zu können und den Versuch zu unternehmen, sich zu bessern. So eine Haltung verdient den Namen: „menschliches“ Verhalten. Und dazu will ich mit „meiner“ Beichtvorbereitung gerne einen Beitrag leisten.

Warum schreibe ich das diesmal? Weil ich am letzen Samstag tatsächlich von einem Politiker gelesen habe, der jetzt öffentlich sinngemäß sagte: „ Ich hatte Unrecht und ich habe es falsch eingeschätzt“. Gemeint ist Bodo Ramelow, der dies zu seiner Einschätzung der Schutzmaßnahmen zu Corona sagte. Seine Ansicht sei eine „irrige Hoffnung“ gewesen und die Kanzelerin hätte Recht gehabt. Das sagt in der heutigen Zeit ein Führungspolitiker der Linken. Man muss kein Fan von Herrn Ramelow oder den Linken sein. Aber diese Haltung, und dies öffentlich zu äußern, verdient Respekt.
Und wenn unsere Beichtvorbereitung zu so einer Haltung auch nur einen kleinen Beitrag leistet, dann ist sie alle Mühe wert. Und dann ist auch sie ein Baustein zu mehr Menschlichkeit.

 

Andreas Krüger

 

Liebe Grüße und Danke

Ihr Andreas Krüger, Gemeindereferent

andreas.krueger@pr-soest.de
02921 3690388

 

 

13.01.2021: #Ein neues Jahr: reisefertig und gesegnet?!

Sterndeuter an der Krippe

 

 

Liebe Schwestern und Brüder,
ich wünsche Ihnen aus ganzem Herzen ein gesegnetes und gutes Neues Jahr 2021.


(Foto: Friedbert Simon/pfarrbriefservice.de)

 

Das neue Jahr hat begonnen, wir sind anders hineingegangen, als wir es gewohnt waren. Der Jahreswechsel war für viele von uns gewöhnungsbedürftig – manche haben es aber auch genossen, dass es in einer sehr ruhigen Form vonstattengegangen ist.

Nun hat das neue Jahr bereits Fahrt aufgenommen, der sogenannte Alltag, der auch anders aussieht als wir es bisher kannten, hat uns wieder.
Und doch: auch in diesem neuen Jahr ziehen alle Wege vom Morgen zum Abend und eben auch durch die Wüsten des Alltagslebens.
Die Hl. Drei Könige, sie haben vor ihrer Reise zur Krippe, ihre Herzen reisefertig gemacht. Wie sieht es mit uns aus – sind wir auch reiseklar?
Können wir zurücklassen – besser: in Gottes Hände legen – was uns im vergangenen Jahr belastet hat? Können wir in Seine Hände geben, was wir nicht vollbringen konnten? Und können wir in Offenheit auf das Neue, das vor uns liegt, zugehen? – alles unter Seinem Segen?

Vieles haben wir uns gegenseitig gewünscht: „vor allem Gesundheit“, war ganz oben auf der Liste. Ja, Gesundheit ist ein hohes Gut – in Pandemiezeiten erst recht. Allerdings tue ich mich immer auch schwer damit: vor allem Gesundheit zu wünschen, – wenn ich auf die Menschen mit bleibenden Krankheiten schaue, auf die durch Unfälle Versehrten, die sich ein neues Leben aufbauen müssen oder auch an die Schwerst- und zum Tode Kranken (wie auch für Ihre An- und Zugehörigen), für die dieser Wunsch schlichtweg ins Leere läuft. Ich werde dann zumindest sehr nachdenklich, denn wenn Gesundheit zum höchsten Gut wird, dann laufen wir Gefahr, dass die Erkrankung zum Mangel, zum Defizit wird. Aber die Erkrankung ändert an der Würde nichts…

Oder: wir haben uns Glück gewünscht. Doch: was ist Glück? Können wir das so eindeutig definieren? In den Gesprächen mit den Menschen, mit denen ich es zu tun habe, stelle ich eben auch fest, dass die Beschreibungen davon, was jemanden glücklich macht, je nach Situation sehr unterschiedlich aus-fallen können – und in manchem Leben ist es auch zur Zeit so dunkel geworden, dass das Wort Glück im Wortschatz nicht mehr vorhanden ist.

Ich selbst fühle mich wohler – und tu das aus fester Überzeugung – ein gesegnetes neues Jahr zu wünschen, weil ich glaube, dass, egal, wie das Jahr für den Einzelnen verlaufen wird, der Segen über diese Zeit ein wichtiger und lebensrelevanter Wunsch ist. Denn der Segen wird uns zugesprochen – er wird uns geschenkt - von Gott - und SEIN Segen ist bleibend. Darin eingeschlossen sind von meiner Seite auch Gedanken, wie sie Jugendliche in diesen Tagen - auch für mich überraschend- als Wünsche formulierten:

- Schau genau hin, da ist manchmal jemand, wie ein Engel, der Dir was Gutes zusagt…
- Erinnere dich daran, welche Aufgabe Du Dir vorgenommen hast, wenn Du müde wirst – und gönne Dir auch Zeiten der Ruhe…
- Wenn wir Schönes erleben wollen, dann kann es unterwegs auch mal schwer werden…
- In einem Gebet heißt es doch auch: Gott segne unser Tun und Lassen! Im Moment ist es wohl vielfach das Lassen. Aber das Tun kommt dann schon wieder…
- Denke daran, es ist gut, ab und zu nichts zu tun und einfach nur zu kuscheln…
- Man sagt ja: An Gottes Segen sei alles gelegen – ich kann das jetzt nicht verifizieren, aber meine Oma ist davon überzeugt – und: Ich kann es auch nicht widerlegen. Warum also nicht auch darauf vertrauen können, dass Gott es gut mit uns meint…

Gott jedenfalls lädt uns ein, uns wie die Könige auf die Reise in dieses neue Jahr zu machen. Sie haben sich auf den Weg gemacht, das göttliche Kind zu finden und sind vertrauensvoll dem Stern – dem göttlichen Licht- und Wegweiser gefolgt. Und Gottes Segen hat sie begleitet, bei allem, was sie erlebt haben. Darum dürfen auch wir darauf vertrauen, dass Gott uns nicht ohne Seinen Segen durch dieses Jahr gehen lässt, wie immer es aussehen und was immer es für uns bereithalten wird. ER ist dabei!

Das eine Wort, das uns zugesagt ist, möge uns begleiten: „Fürchtet euch nicht! – ICH BIN DER ICH BIN DA!“ ER ist da, ER will in uns Fleisch werden, in unseren Sinnen, die wahrnehmen, in unseren Worten, die trösten, in unseren Händen, die helfen. Denn ER ist der HEILAND der Welt.

In Verbundenheit grüßt Sie alle herzlich

UvanRaay
Ihr
Pfr. Uwe van Raay uwe.vanraay@pr-soest.de

 

 

12.01.2021: #Du bist ein Instrument Gottes

 

Cello-Spielerin

 

Es gibt Menschen, die sagen von sich: Ich bin unmusikalisch. Doch ich bin da anderer Meinung.

 

 (Bild: kulturfoto.at in pfarrbriefservice.de)

 


Jede und jeder trägt eine Melodie des Lebens in sich. Und jeder lebt bzw. spielt sie durch sein Leben. Indem wir leben, lassen wir auch die persönliche Individualität klingen. So wage ich den Vergleich und sage: Du bist ein Instrument Gottes!

Und so, wie es unterschiedliche Menschen gibt, so gibt es auch unterschiedliche Instrumente, die unterschiedlich klingen und unterschiedlich gespielt werden.
Fragen wir uns an dieser Stelle einmal selbst: Welches Instrument könnte ich denn sein?
Bin ich vielleicht eine Trompete, die gerne laut spielt, die Signalwirkung hat und auch mal gerne ein Solo versucht?

Oder bin ich doch eher eine Blockflöte? Ein Instrument, das so einfach erscheint und dem man dennoch virtuose Klänge entlocken kann?
Vielleicht bin ich aber auch wie die Percussions-Eier? Sie sind für den Rhythmus, den Takt zuständig, manchmal sorgen sie auch dafür, dass etwas „grooved“.

Ich könnte auch eine Kalimba sein, ein exotisches Instrument, in dem die angespielten Töne nachklingen, das auch nicht so laut klingt.
Oder bin ich ein Kazoo? Das, was hinein gepustet wird, kommt mit einer Veränderung im Klang wieder hinaus.

Als Triangel gebe ich bestimmend den Ton an und verleihe große Schwingungen, ich bin durchdringend.
Oder bin ich doch eine Gitarre? Ob Akkord oder Melodie, jede Saite klingt im Zusammenspiel mit den anderen Saiten. Sie klingt melodisch, aber nicht zu dominant. Sie lässt Raum für andere und ist gerne ein Teil von einem Ensemble.

Es gibt noch so viele andere Instrumente… vielleicht fällt ihnen auch selbst noch etwas ein. Welches Instrument passt zu ihnen, zu mir?
Und so, wie wir als Instrument unsere Lebensmelodie spielen, so begegnen wir anderen Menschen, die auch ihre Melodien spielen. Manchmal passen diese und man kann gemeinsam „musizieren“, mal ist es aber auch ein „Aneinander-vorbei-dudeln“. Da ist es dann besser, wir gehen getrennte Wege.

Wir suchen die Gemeinschaft, gerade jetzt im Lockdown wird das wieder deutlich. Wir suchen andere Menschen, die mit uns gemeinsam im Orchester des Lebens spielen. Mal in Dur, mal in Moll, so wie es gerade zu unserem Leben passt.
Und in der Begegnung mit anderen Menschen begegnen wir auch Gott, bekommt unser Alltag etwas Göttliches, etwas Heiliges.

Beten wir um diese kleinen, heiligen Momente im Alltag:

Das Heilige ist so nahe

Deinen Alltag heiligen
Im Entdecken der göttlichen Entdeckungsspur
In deinem Leben
Heilende Alltagszeichen weisen dir den Weg

Die Kaffeetasse
Die von deiner Sehnsucht erzählt
Zur Ruhe zu kommen

Der Küchentisch
Der von deinem Urwunsch
Nach Verwurzelung und Gemeinschaft geprägt ist

Der Spiegel
Der dich verweist auf das Bedürfnis
Wohlwollendes Ansehen zu erhalten

Zu Segenszeichen werden diese Alltagssymbole
Wenn du im Unscheinbaren
Das Himmlische entdeckst
Deine Vertrauenszeichen offenbaren dir
Gottes Gegenwart
Die uns alltäglich verheißen ist.
                                            Pierre Stutz

So wünsche ich uns allen immer wieder das Erleben gemeinsamer, göttlicher Melodien in unserem Alltag.

© 20Sonja Rudolph20 Pastoralverbund Soest

Ihre Sonja Rudolph,
Klinikseelsorgerin und Gemeindereferentin zu erreichen über E-Mail sonja.rudolph@pr-soest.de

 

 

Buchstaben

 

 

Der Tag danach...

 

(Foto: privat)


Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber ich finde der Tag nach einem besonderen, freudigen Ereignis oder Fest hat einen ganz eigenen Charakter. Zwischen noch spürbarer, nachklingender Freude und irgendwie auch einer Traurigkeit, dass es vorbei ist. Zwischen Festtagsstimmung und Alltagswirklichkeit. Zwischen Auf -und Wegräumen und vielleicht noch dem ein oder anderen Anruf, der besagt: „Schön war`s. Danke nochmals für die Einladung und die schöne Zeit miteinander.“ Dabei müssen es gar nicht die großen Feste sein. Es können auch die Begegnungen im kleinen Rahmen sein, die unseren Alltag durch die gemeinsam verbrachten Stunden und die Dinge, die geschehen sind, in ein anderes helles und lebensbejahendes Licht tauchen. Auch zu Ihnen gehört der `Tag danach`, der Übergangstag – zurück in den Alltag. Dabei sind wir vielleicht ein wenig verwandelt worden und die Erfahrungen, die wir machen durften, haben einen Nachklang in uns, den wir mitnehmen dürfen in den Alltag.

Heute ist der Tag nach der Taufe Jesu. Die Taufe Jesu ist ja ein Anfang, ein Beginn. Der, der sich mit den Menschen in eine Reihe stellt um von Johannes getauft zu werden, macht eine Erfahrung. Jesus erfährt seine Unmittelbarkeit zu Gott. Erfährt, dass ER Sohn ist, geliebt und bejaht. Erfährt, dass sich in IHM Himmel und Erde berühren. Dass das unwiderrufliche JA! der Liebe Gottes auf und in ihm liegt – um für uns erfahrbar zu werden, um auch uns in der Taufe unwiderruflich zugesprochen zu werden.

Und heute, am Tag danach? In mir klingt das Wort JA! sehr nach. Nein, sie haben sich nicht verlesen, oder nicht richtig zugehört, als Sie gestern dem Sonntagsevangelium begegnet sind. Das Wort JA! kommt im Text gar nicht vor. Und doch war und ist mir so, als kam und käme es uns in jeder Zeile, mit jedem Wort entgegen. Ist das vielleicht die Ermutigung, die am Tag danach aufleuchtet? Erkennen, dass auch wir bejahte und geliebte Menschen sind, die das JA! Gottes in sich tragen. Ich glaube ganz fest daran. Und ich glaube auch, dass immer da, wo uns dieses JA! bewusst ist, es aufleuchtet und durch uns hindurchleuchtet in unseren Alltag, in dieses noch junge Jahr, in die Corona Wirklichkeit, die kein Ende zu nehmen schein. In all die Sorgen, Nöten, Ängste und Einsamkeiten und sie in einem anderen Licht aufscheinen lässt.

Aus nichts als ja, ja, ja. ja die Girlande der Liebe miteinander knüpfen, sein, so ähnlich schreibt es die an Krebs verstorbene französische Autorin Christiane Singer in ihrem Buch: Alles ist Leben, an einer Stelle. Vielleicht ein ermutigender Gedanke für 2021. Ja! Vielleicht versuchen wir es doch einfach – gemeinsam, auf all den Wegen und mit den Möglichkeiten (Brief, Telefonanruf, mit den Augen lächeln – oberhalb der Masken, Onlinetreffen usw. usw.) die uns unter den gegebenen Bedingungen machbar sind.

Ich wünsche Ihnen von Herzen eine Woche mit mindestens einer Handvoll bejahten und bejahenden Momenten und Begegnungen. Und falls die Krippe bei Ihnen noch steht, immer wieder einen Blick direkt zum Jesuskind dem größten JA! Gottes.

Mit herzlichen Grüßen

MNeuhausIhre Martina Neuhaus,
Gemeindereferentin
Zu erreichen über Mail: martina.neuhaus@pr-soest.de
oder Tel. 02921 6710676

 

 

 

 

08.01.2021: #Botschaft der Sterndeuter

Sterndeuter

 „… zogen sie auf einem andern Weg heim in ihr Land.“
Botschaft der Sterndeuter

(Foto: privat)

 

 

Sie zogen >>auf einem anderen Weg heim in ihr Land<<, so hieß der letzte Satz des Evangeliums vom Fest der Erscheinung des Herrn vor zwei Tagen. An diesem letzten Satz bin ich dieses Jahr hängen geblieben.

Ich stell mir vor, die Sterndeuter haben nicht schweigend den Rückweg angetreten. Sie haben sich vermutlich unterhalten über das, was sie erlebt haben, in Bethlehem wie in Jerusalem.

„Gut, dass wir durchgehalten haben“, mag er Eine gesagt haben. Der Weg zur Krippe, er war ja nicht immer einfach. Und schon gar nicht klar und eindeutig. Spätesten in Jerusalem war die Gefahr groß, aufzugeben.

So ist das häufig im Leben: Wir sind in Versuchung, schnell aufzugeben, gerade dann, wenn es schwer wird, gerade dann, wenn die Dinge nicht so laufen, wie man sich das vorgestellt hat, gerade dann, wenn man nicht weiß, wie es weitergehen soll.

Die Sterndeuter machen uns Mut, durchzuhalten, auch dann, wenn wir nicht genau wissen, wie unser Lebensweg weitergeht.

„Gut das wir den Stern vor Augen hatten“ mag der Zweite geantwortet haben. In der Tat, ohne den Stern hätten sie nie das Ziel ihres Weges gefunden. Ein Stern bedeutet Licht in dunkler Nacht.

Wenn es für mich dunkel wird, weil eine Krankheit mich aus der Bahn wirft oder irgend etwas anderes mir schwer zu schaffen macht, was bleibt mir dann an Licht, was bleibt mir dann an Trost und Zuversicht?

Die Sterndeuter mahnen uns, sich rechtzeitig mit dem “Stern unseres Lebens“ zu beschäf-tigen: Was trägt mich, wenn es ernst für mich wird – welcher Glaube, welches Vertrauen, welche Hoffnung? Auf welche Menschen kann ich dann bauen, auf welche Freundschaften und Beziehungen? Ist mein Glaube so etwas wie ein Stern, an dem ich mich festhalten und orientieren kann?

„Und den Geburtsort eines Königs hab ich mir aber anders vorgestellt“ sagte vielleicht schließlich der Dritte. Statt prächtigem Palast in Jerusalem ein armseliger Stall im kleinen Bethlehem als Geburtsort, das ist der Ort, wo die Erlösung beginnt. Seit der Menschwerdung Gottes im Kind von Bethlehem gilt: Jedes Leben hat einen Sinn, gerade auch das schwache und kranke, das alte und behinderte, auch das gebrochene und enttäuschte. Das ist eine gute Botschaft für all diejenigen, die sich in ihrem Leben eher im armen Stall wiederfinden als im Palast. Aber genau da bleibt der Stern stehen, genau da ist Gott, um uns nicht allein zu lassen im Dunkel. Ein Zeichen, das kein Mensch von Gott vergessen ist.

Die Sterndeuter zogen heim in ihr Land, auf einem anderen Weg, so heißt es im Evangelium - Wer Jesus Christus gefunden hat, der verlässt nicht unbedingt seine Heimat und sein bisheriges Leben, aber er kann nun auf einem anderen Weg gehen. Und wie gehe ich weiter? 

HFeldmann M

Ihr Gemeindereferent
Hubertus Feldmann

Telefon: 02924 9749151
E-Mail: hubertus.feldmann@pr-soest.de

 

 

 

07.01.2021: #Eingeladen

Aus den Dörfern und aus Städten,
von ganz nah und auch von fern,
mal gespannt, mal eher skeptisch,
manche zögernd, viele gern,
folgten sie den Spuren Jesu,
folgten sie dem, der sie rief,
und sie wurden selbst zu Boten,
dass der Ruf wie Feuer lief…

(Eugen Eckert)

Kommen Ihnen diese Zeilen bekannt vor? Den Autor habe ich Ihnen bereits verraten. Falls Sie noch unsicher sind, ob Sie den Text schon einmal gehört haben, versuchen Sie ihn nicht zu lesen, sondern singen Sie ihn… Richtig, es ist ein Kirchenlied, das unter den Titel „Eingeladen zum Fest des Glaubens“ gestellt wurde.


Warum kommt mir nun dieses Lied in den Sinn?


Ich habe mir zunächst das heutige Tagesevangelium durchgelesen, währenddessen bin ich bei einem Satz „hängengeblieben“: Und sein Ruf verbreitete sich in ganz Syrien (Mt 4, 24).

Vor meinen Augen entstand dabei die biblische Szene: Jesus beginnt seinen Weg.

Er verlässt seine Heimat Nazareth, begibt sich an den See von Galiläa.

Umherziehen – verkündigen – heilen: Dieser Dreiklang bestimmt ab jetzt seinen Alltag. Wie ein Prominenter scheint er auf seine Zeitgenossen gewirkt zu haben. Diesen STAR, den will man / frau doch mal persönlich kennen lernen. So bleibt er auch nicht eine kleine galiläische Berühmtheit, nein, er wird gewissermaßen international: Sein Ruhm reicht bis nach Syrien, Dekapolis, Judäa und sogar noch darüber hinaus. Offensichtlich erweckt er Erwartungen, die er allerdings auch zur allgemeinen Zufriedenheit erfüllt. Bei Krankheiten ist er nahezu ein Fachmann für alle Fälle – psychischen und körperlichen Leiden kann er ein Ende setzen. Eigentlich kann man in diesen Zeilen schon förmlich spüren, da passiert noch etwas ganz Entscheidendes – so eine Glückssträhne kann doch wohl kaum von Dauer sein! Die Katastrophe scheint sich anzubahnen, die Frage ist nur wann – wie – wo…

Bleiben wir aber doch noch bei diesem „jungen Jesus“. Was für eine dynamis (Dynamik – Kraft) ging von ihm aus!!! Da fragt man sich doch, was er zu verkünden hatte und das beschreibt Matthäus wiederum nur ganz knapp: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. (Vers 17)

Das klingt jetzt nicht nach einem genialen Schachzug der Werbeindustrie. Eher abschreckend wirken diese Worte. Also muss Jesus es tatsächlich durch sein Wesen, seine Menschlichkeit, seine Nächstenliebe geschafft haben, die Menschen zu begeistern. Und dann kann es wie im Lied heißen: Andere „wurden selbst zu Boten, dass der Ruf wie Feuer lief…“ Was für ein tolles Bild!

Läufer, Follow Me

Kann dieses Bild mir genauso gelten? Kann ich ein Bote werden mit meinen einfachen bescheidenen Möglichkeiten? Warum eigentlich nicht? Auch heute gibt es Menschen, die auf Zeichen von Menschlichkeit und Nächstenliebe warten…

Im Lied heißt es übrigens in der zweiten & dritten Strophe über Jesu Zeitgenossen:

Sie hungerten nach Liebe und nach Gottes Freudenmahl.

Und dort lernten sie zu teilen Brot und Wein und Geld und Zeit; und dort lernten sie zu heilen Kranke, Wunden, Schmerz und Leid; und dort lernten sie zu beten, dass dein Wille, Gott, geschehe; und dort lernten sie zu leben, dass das Leben nicht vergehe…

Da werden mir im Liedtext doch verschiedene Wege aufgezeigt, wie ich das Evangelium leben kann. Vielleicht probieren Sie heute mal einen aus… (Und bleiben Sie gesund!)

 

FHeckerHerzliche Grüße aus dem Pfarrhaus Bad Sassendorf!
Ihre Felicitas Hecker
Gemeindereferentin im PR Soest

Zu erreichen über Mail: felicitas.hecker@pr-soest.de oder Tel.: 02921 / 53614

 

06.01.2021: #Der abgeholte Segen

Segensspruch der Sternsinger

 

 

Heute ist das Fest der Erscheinung der Erscheinung des Herrn.

Die Sterndeuter, die Jesus nach ihrer langen Reise finden, sind das Urbild für unsere Sternsinger.

 

 
 
 
 

Normalerweise würden die als Könige verkleideten Kinder in diesen Tagen von Tür zu Tür gehen, um den Segensgruß von der Krippe zu bringen und Spenden für die Aktion Dreikönigssingen zu sammeln. Wie fast alles ist auch die Sternsingeraktion in diesem Jahr anders – eben kontaktlos. Unter anderem hieß es, der Segen kann sich abgeholt werden – in den Kirchen, den Pfarrbüros oder an besonderen Stellen.

Segen abholen – so wie ein Paket, das nicht zugestellt werden konnte? Im zweiten Hören kommt mir das doch befremdlich vor. Es ist natürlich klar, was gemeint ist: der Aufkleber mit dem Segensspruch 20 + C + M + B + 21 kann abgeholt werden, damit jeder ihn selbst an der Haustür befestigen kann. Aber kann der Segen selbst wirklich abgeholt werden? In der Bibel fällt mir nur eine Stelle ein, wo dies geschehen ist und es hat zu nichts Gutem geführt. Jakob hat sich den Erstgeborenen-Segen seines Vaters Isaak unter Vortäuschung falscher Tatsachen abgeholt, d.h. er sei sein Bruder Esau. Genauer gesagt hat er sich den Segen erschlichen.

Was heißt denn Segen? Segen, heißt wortwörtlich „Gutes zusagen“ vom Lateini-schen „benedicere“. Man kann sich selbst nichts Gutes zusagen. Zumindest hat es nicht die gleiche Wirkung, als wenn jemand anderes es sagt. Segen ist immer zuge-sprochen und auch Geschenk. Segen empfängt man als Gabe Gottes – direkt oder durch andere Menschen. Die Sterndeuter gingen als Gesegnete wieder nach Hause, weil sie in der Begegnung mit dem Jesuskind diese wunderbare Zuwendung Gottes zu uns Menschen erfahren hatten. Die Sternsinger bringen den Segen, in dem sie normalerweise den Menschen in ihren Häusern zusprechen, dass Gott auch dieses Jahr, dort wo sie leben, mit ihnen ist. Sie bringen Segen, indem sie das Geld sammeln, mit dem segensreich für Kinder in der Welt gewirkt wird. Auch hier wird Gutes zugesprochen: ihr seid nicht allein in eurer Armut und Hilfsbedürftigkeit! Wir helfen euch und Gott denkt an euch.

Wenn Sie sich also den Aufkleber mit dem Segensspruch in diesem Jahr abholen müssen, weil er nicht direkt gebracht werden darf, dann denken sie beim Befestigen an Ihrer Haustür daran, dass Sie Beschenkte sind. Gott schenkt Ihnen seinen Segen vor allem dort, wo wir Dinge nicht selbst regeln können und er ermutigt Sie, selbst zum Segen zu werden. Oft zeigt sich dieser Segen sehr überraschend, so wie die Sterndeuter der Bibel die Überraschung des neuen Königs fernab der Paläste erlebt haben. In diesem Sinn: Gott segne Ihr Haus und Ihr Leben im Jahr 2021!

Dietmar Röttger

 

Ihr
Dietmar Röttger, Propst
Propst-Nübel-Str. 4
59494 Soest

Tel.: 02921/6710661
Email: dietmar.roettger@pr-soest.de

 

05.01.2021: #Frische nd Zuversicht des neuen Morgens

Morgensterne 

 

 

 

(Foto: Martin Manigatterer in Pfarrbriefservice.de)







Liebe Leserinnen und Leser!
Ich begrüße Sie zum Neuen Jahr.

In einem Lied von Gregor Linßen aus dem Jahre 1990 heißt es im Refrain: „Und ein neuer Morgen bricht auf dieser Erde an, in einem neuen Tag, blühe in mir. Halte mich geborgen, fest in deiner starken Hand und segne mich. Segne mich und deine Erde.“

„Segne mich und deine Erde.“ Gute Wünsche, Anregungen und Segenswünsche gibt es auch zu Beginn dieses neuen Jahres wieder.

In den Neujahresansprachen werden wir erinnert, was dazu notwendig ist, damit ein Zusammenleben in unserem Land gut gelingen kann und welche in Haltung und durch welche Taten ein Bestehen der aktuellen Krise gelingen kann.

Im persönlichen Rückblick haben wir vielleicht überleget, welche Erfahrungen wir im vergangen Jahr gemacht haben und welche Anregungen wir für das neue Jahr 2021 als Orientierung oder Vorsatz nehmen möchten.

Biblisch – und vielleicht auch mit Abstand in den Straßen und vor unseren Wohnungen – begegnen uns in diesen Tagen die Heiligen Drei Könige. Die Weisen aus dem Morgenland waren aufgebrochen, weil sie den Stern eines neuen Königs aufgehen sehen hatten. Den Stern eines Königs, des Friedens und Segens für die ganze Welt.

Und so stehen wir mit den Königen noch einmal an der weihnachtlichen Krippe. Wir stehen an dem Ort, wo Gott Mensch geworden ist. „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“ (Joh 1,14) So umschreibt der Evangelist Johannes die Geburt Jesu.

Pastor Uwe von Raay hat in seiner Predigt am Sonntag (3.1.) den Gedanken, dass das Wort Fleisch wird, über die Geburt Jesu hinausgeführt. Er hat uns Zuhörer eingeladen nachzuempfinden, welches tiefe Vertrauen Gott in uns Menschen setzt.

Durch uns will das göttliche Wort hineinsprechen in das Leben. Durch unserem Handeln in dieser Welt will es Wirklichkeit werden. Lassen wir uns das mal auf der Zunge zergehen, was für eine große Berufung hat Gott uns da zugedacht, und welche Freude könnte uns daraus erwachsen, dass dieser Gott uns für würdig und für fähig hält, sein Wort in dieser Welt auszubreiten und so an seinem Reich mitzubauen.

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen tragende Orientierung für das neue Jahr und immer wieder die Frische und Zuversicht des neuen Morgens im alltäglichen Leben.


Pater Cornelius

 

 

Gemeindereferent Detlev Gethmann
Gemeindereferent

Telefon: 02921 67106-71
E-Mail: detlev.gethmann@pr-soest.de

 

 

23.12.2020: #Markt und Straßen sind wirklich verlassen

Kirche Albertus Magnus

 Markt und Straßen sind wirklich verlassen

 

 

 

(Foto: privat)

 

„Andreas, jetzt mach noch das Schaufensterlicht aus“, sagte mein Vater an Hl. Abend vor vielen Jahren zu mir. In dem Geschäft meiner Eltern wurde an jedem Hl. Abend bis zum frühen Nachmittag gearbeitet. Wenn dann das Geschäft aufgeräumt, die Kasse gezählt, mit den Mitarbeitern noch ein Sekt getrunken und die Türen abgeschlossen waren, blieb noch eins zu tun: Das Schaufensterlicht musste aus. „Einmal im Jahr muss der Kommerz schweigen und tritt zurück“, war die Meinung meines Vaters. „Es gibt etwas, das ist wichtiger als das Geschäft hier“.

Und tatsächlich, wenn wir dann nachmittags im Dunkeln zur Kirche gingen, war nirgendwo mehr ein Schaufenster beleuchtet. Das einzige Licht kam von der Weihnachtsdeko der Stadt. In unserer Stadt war es eine aus zahlreichen Lampen als große Glocke gestaltete Girlande, die mitten über dem Kump (ein Brunnen) hing, der auf dem Marktplatz stand.

Es war still, es war dunkel und wenn es schneite, dann rieselte der Schnee tatsächlich leise.

Längst vergangen ist das. Wie aus der Zeit gefallen wirkt es heute, wo nicht einmal beim Soester Gloria alles Licht ausbleibt und die Menschen still kommen und gehen – wie es eigentlich sein soll.
Schade finde ich das…

Auf unnatürliche Weise kommt es in diesen Tagen zurück. Nicht mit der Intention von damals. Nein. Und doch ist es auf einmal tatsächlich leiser im Advent. So, wie es in Gedichten und Liedern ausgesagt wird:

„Markt und Straßen sind verlassen“,
der Weihnachtsbaum ist „getreuer Hoffnung stilles Bild“
„Stille Nacht“ könnte es geben

Und ich frage mich, ob wir etwas dazugewonnen haben durch die Art und Weise wie wir heute normalerweise Advent und Weihnachten begehen; - oder ob wir nicht eher jetzt wieder etwas zurückgewinnen, was verlorenen geglaubt war. Ich will auf gar keinen Fall dieses Virus und seine schrecklichen Auswirkungen gutheißen, aber die neue Stille im Advent und an Weihnachten gefällt mir. Ich wünsche uns allen, dass wir es dieses Jahr deutlich spüren: „oh du gnadenreiche Zeit“.

 

Andreas Krüger

Liebe Grüße und Danke

Ihr

Andreas Krüger, Gemeindereferent

andreas.krueger@pr-soest.de
02921 3690388

 

 

22.12.2020: #"Auf Herbergsuche"


Liebe Schwestern und Brüder,
steckt man im Umzug, dann ist das ein Gefühl, wie auf Herbergssuche zu sein.
So jedenfalls geht es mir im Moment.
 
 
 
 
 
 

(Foto: Martin Manigatterer/ Pfarrbriefservice)
 

Gott ist auch auf Herbergssuche, für Seinen Sohn, in unseren Herzenswohnungen. Auch in diesem Jahr, auch unter Corona Bedingungen. Maria und Josef sind auf dem Weg nach Bethlehem und werden erleben, dass ihnen Türen verschlossen bleiben, dass sie weiter und weiter geschickt werden, bis am Ende wenigstens das Erbarmen eines Menschen übrigbleibt, der ihnen aber  auch nur noch einen Stall anbieten kann, damit sie wenigstens ein Dach über dem Kopf haben.
Aber noch sind sie auf dem Weg – noch sind auch wir auf dem Weg.
Wir haben Weihnachten noch nicht erreicht. Und so können wir immer noch nach Gelegenheiten suchen, wie wir uns innerlich darauf vorbereiten können, dass das Wunder der Weihnacht - auch in diesem Jahr – auch unter so anderen Umständen, als wir sie kennen, - auch im kleineren Rahmen, bei uns ankommen kann.
Ich wünsche uns allen – und da schließe ich mich ganz bewusst mit ein –
dass das Adventslied im Gotteslob Nr. 233 für uns ein innerliches Gebet
auf den Heiligen Abend zu werden kann:

O Herr, wenn Du kommst, wird die Welt wieder neu.
Denn heute schon baust Du Dein Reich unter uns;
und darum erheben wir froh unser Haupt.
O Herr, wir warten auf Dich! O Herr, wir warten auf Dich!

O Herr, wenn Du kommst wird es Nacht um uns sein;
drum brennt unser Licht, Herr, und wir bleiben wach.
Und wenn Du dann heimkommst, so sind wir bereit!
O Herr, wir warten auf Dich! O Herr, wir warten auf Dich!

O Herr, wenn Du kommst, jauchzt die Schöpfung Dir zu,
denn Deine Erlösung wird alles befrein.
Das Leid wird von all Deiner Klarheit durchstrahlt.
O Herr, wir warten auf Dich! O Herr, wir warten auf Dich!

O Herr, wenn Du kommst, hält uns nichts mehr zurück!
Wir laufen voll Freude den Weg auf Dich zu!
Dein Fest ohne Ende steht für uns bereit.
O Herr, wir warten auf Dich! O Herr, wir warten auf Dich!

Im Sinne dieses Liedtextes wünsche ich Ihnen allen eine frohe Erwartung dessen, der sich aus Liebe zu uns auf den Weg gemacht hat. In unsere innere wie äußere Unbehaustheit – ER hat davor keine Angst!

Ein gnadenvolles Weihnachten wünscht in Verbundenheit
Ihr Pfr. Uwe van Raay
uwe.vanraay@pr-soest.de

21.12.2020: #(Be)-Sinn-liche Weihnachten

brennende Herzkerze

 

 

Noch drei Tage bis Heiligabend, der Advent ist im Endspurt.

 


 (Bild: ©Mammiya / Pixabay.com)

 

Doch durch den Lockdown sind die Tage vor der „Stillen Nacht“, der „Heiligen Nacht“ schon sehr ruhig und besinnlich. Wie mag es da jenen gehen, die gerade einen Angehörigen verloren haben und dann noch unter Coronabedingungen am Grab Abschied nehmen mussten?
Was eh schon schmerzhaft und schlimm ist, wird durch die Gegebenheiten der aktuellen Zeiten noch schwerer. Stille Nacht, bedrückende Nacht? Wie wird das erste Weihnachten, wenn der geliebte Mensch nicht mehr da ist und ich vielleicht sogar keinen anderen einladen kann, der mich in den Feiertagen besuchen und trösten kann?

Bei all der Vorfreude auf das anstehende Geburtsfest Jesu hinterlässt dieser Gedanke doch einen bitteren Beigeschmack. Weihnachten, o du fröhliche Weihnachtszeit… das kann man da nicht einfach so über die Lippen bekommen. Was hilft da, um nicht in Depression zu verfallen?

(Be)-Sinn-liche Weihnachten: Ein Blick auf den Sinn des Festes: Gott wird Mensch, geboren als ein kleines Kind. Ein kleines Licht kommt in die Welt und vertreibt die Dunkelheit.

Ja, und wer so ein kleines Licht im dunklen Raum einmal angezündet hat, der erfährt, dass es die Dunkelheit peu á peu vertreibt; nein, nicht auf einen Schlag, als wenn man den Lichtschalter bedient und das Licht anknipst. Man muss also die Hoffnung und das Vertrauen haben, dass das Licht die Dunkelheit besiegt.
Eine wahrlich sinnliche Erfahrung! Sie zeigt, dass es eine Zukunft gibt, dass es weitergeht, auch wenn das momentan vielleicht nicht vorstellbar ist.

Was kann mir als Trauernder vielleicht noch helfen durch diese Weihnachtszeit? Die Erfahrungen von „sinn-lichen“ Momenten, die mich mit dem verstorbenen Menschen verbinden. Vielleicht Rituale, die man zusammen gepflegt hat oder Gerichte, die man gemeinsam geliebt und gegessen hat.

Das in den Blick nehmen des Verstorbenen und ihn in die Weihnachtszeit mit hineinnehmen. Als meine Mutter starb, da haben meine Kinder einen schönen Weihnachtsstern gebastelt, ihn zu Weihnachten auf Omas Grab gestellt und damit der Oma frohe Weihnachten gewünscht. Weihnachten gemeinsam feiern. Unser Kollege Pater Cornelius kommt ja aus dem Benediktinerkloster in Meschede. Die Architektur der Kirche ist so angelegt, dass es einen Halbkreis gibt, in dem die Lebenden Gottesdienst feiern und hinter der Kirche ist der Friedhof, der andere Halbkreis, der zur Gemeinschaft im Ganzen dazu gehört. So soll es sein, verabschieden heißt nicht, dass die Verstorbenen aus unserem Leben verbannt werden, sondern dass sich die Verbindung zu ihnen verändert. Der Besuch auf dem Friedhof, auch eine sinnliche Erfahrung.

Weihnachten mit sinn-lichen und sinn-haften Eindrücken füllen, das kann Trauernden helfen durch die Feiertage zu kommen. Und in einem Lied von den wise guys wird sehr schön beschrieben, wie ein Aushalten und Begleiten geschehen kann. Man kann den Text auf liebe Menschen beziehen, die Beistand geben oder auch auf Gott, der mit uns aushält. Das ist auch ein Stück der Weihnachtsbotschaft:
„Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt.“ (Johannes 12, 46)

Himmel(Foto: Felix Mittermeier / pixabay.com)

Hier der Text von den wise guys:

Sorge dich nicht

Hey, schau nach vorn
Schau nicht zurück
Du weißt: Es geht weiter
Hey schau nach vorn
Trauer und Glück
Sind so oft ein Paar
Bei allem was war
Und wird
Will ich bei dir sein

Ich bin da noch bevor dich der Mut verlässt
Ich bin bei dir und halte dich fest
Ich bin da und zwar sofort
Komm und sag nur ein Wort
Sorge dich nicht
Wenn die Nacht anbricht

Ruhe dich aus, denn du brauchst jetzt viel Kraft und Zeit
Ruhe dich aus, denn der Weg ist noch weit
Es wird dunkel, es wird kalt
Doch wir geben uns Halt
Sorge dich nicht
Wenn die Nacht anbricht

Ich bin da noch bevor dich der Mut verlässt ...

So wünsche ich uns allen, vor allem denen, die momentan trauern müssen, ein be-sinn-liches Weihnachtsfest und die Erfahrung eines kleinen Lichtes in der Dunkelheit.
Bleiben Sie behütet und zuversichtlich!

© 20Sonja Rudolph20 Pastoralverbund Soest

Ihre Sonja Rudolph,
Klinikseelsorgerin und Gemeindereferentin zu erreichen über E-Mail sonja.rudolph@pr-soest.de

 

 

18.12.2020: #... einem Stern folgen - den Weg wagen, den er weist!

Stern

 

 

Seit dem 1. Advent

hängt an unserer Gartenhütte dieser Stern.

 

 


(Foto: privat)





Es ist das erste Mal, dass wir in unserem Garten einen solchen Adventsstern haben. Dass er an unserer Gartenhütte hängt, war eher ein Zufall. Mein Mann hatte auf der Suche nach einem passenden Ort, die Möglichkeit eines Stromanschlusses fest im Blick, diesen Stern dort eigentlich nur `zwischengeparkt`…

Eigentlich! Wie sinnstiftend dachte ich, als ich nach Hause kam und der Stern dort hing. Ist vielleicht ein bisschen früh, dass er dort schon seinen Platz eingenommen hat, aber irgendwie auch stimmig.
Seitdem suchen meine Augen immer wieder den Stern. Gerade in der Dunkelheit. Folgt mein Blick, dem sanftem Lichtstrahl, bis er ihn ganz erfasst hat. Er ist da, der Stern, in unserem Garten. Verlässlich und still. Manchmal vom Wind in Bewegung gebracht, hat er seinen Platz eingenommen und erfüllt seine Bestimmung: Er- leuchtet! die Dunkelheit unseres Gartens, unseres Corona Advents, unseres Alltags. Vielleicht war es dieser Stern, der in mir den nachfolgenden Text aufscheinen lies, vielleicht auch ein anderer. Egal, ich würde mich freuen, wenn wir uns innerlich verbunden gemeinsam auf den Weg machen könnten. Gemeinsam den Weg wagen, um unter dem leuchtenden Stern, DEN zu finden, der all unsere Sorgen, Ängste und Nöte in ein ganz anderes Licht tauchen wird.

…einem Stern folgen und den Weg wagen, den er weist.
Zurückblickend und zugleich aufbrechend.
Unnötiger Ballast ist abgeworfen.
Im Gepäck: Sehnsucht! Um Verheißungsvolles zu finden und zu bewahren.
Bereit Neuland zu erkunden.
Das Ziel vor Augen – am Horizont leuchtend ein Stern.
Ein neuer Morgen? Neues Leben?

… einem Stern folgen und den Weg wagen, den er weist.
Unterwegs noch andere Menschen.
Auf und mit ihren eigenen Wegen.
Sind auch sie auf dem Weg zur Krippe?
Gemeinsam Kundschafter, Sterndeuter sein,
gerade auf den steinigen Wegstrecken,
die im Licht des Sterns in neuem Glanz aufscheinen.
Und die Um – und Irrwege?
Geben der Entdeckung Raum – der Stern führt! Verlässlich!

… einem Stern folgen und den Weg wagen, den er weist.
Immer wieder aufbrechen,
mal forsch und mutig, mal zögerlich und tastend,
um neue, andere Wege zu finden und zu gehen.
Eine Karte gibt es nicht,
aber im Herzen leuchtet ein Wort auf – Vertrauen.
Vertrauensvoll gehen, ja. Denn ist nicht alles eingeschrieben,
in jene Hand, die trägt und hält, von jeher und auf ewig?!
Und der Stern? Ist da. Leuchtend und vorn ziehend.

… dem Stern folgen und den Weg wagen, den er weist.
Anerkennen was ist: hinfallen und aufstehen gehören dazu,
zum Menschsein, zum Leben, zum Stern folgen.
Das Licht der Verheißung auch.
Und mitten hinein ein Erkennen:
wir gehen auf eine Ankunft zu.
Gott wird kommen. Gott wird Mensch.
Unter dem Stern, an und in der Krippe –
und in dir und mir.
Bricht Leben neu auf. Wird Menschwerdung geschehen.
Geschieht: das Wunder der Menschwerdung Gottes.
(Martina Neuhaus)

Mit herzlich, besinnlich, adventlichen Grüßen

MNeuhausIhre Martina Neuhaus, Gemeindereferentin
Zu erreichen über Mail: martina.neuhaus@pr-soest.de
oder Tel. 02921 6710676

 

17.12.2020: #Josef - Vertrauen gegen alle Resignation

Barbarazweige

 

Bei den Figuren an der Krippe hat jede(r) so seine(n) Favoriten.
Bei mir ist es der Josef. Er ist mir einfach sympatisch.
Er spielt eine mit entscheidende Rolle in der Weihnachtsgeschichte, wenn auch eher im Hintergrund.

 

(Foto: privat)

 

Josef ist der Mann, der sich in Dienst nehmen lässt, gegen seine Zweifel angeht und immer wieder aufbricht, losgeht. Er glaubt den Träumen und ihrer Botschaft – gegen allen Augenschein, allen Widerständen zum Trotz. Er vertraut und glaubt und handelt. ER bekommt seine Aufgabe, nimmt sie an und erfüllt sie. Er trennt sich von seinen Bildern und Vorstellungen, lässt sich seine eigenen Pläne durchkreuzen.

Alfred Delp hat es mal so gesagt: „ER ist der Mann, der sich eine bergende Häuslichkeit im stillen Glanz des angebeteten Gottes bereiten wollte und der geschickt wurde in die Ungeborgenheit des Zweifels, des belasteten Gemütes, des gequälten Gewissens, der zugigen und windoffenen Straßen, des unhäuslichen Stalles, des unwirtlichen fremden Landes. Er ist der Mann, der ging.“

Es geht darum, den Träumen zu trauen, den Träumen einer besseren, anderen Welt, in der Liebe, Freiheit und Hoffnung lebt. Und es geht darum, dass wir selbst Hoffnungszeichen dieser neuen Welt sind – weil wir hoffen gegen alle Hoffnungslosigkeit, weil wir vertrauen gegen alle Resignation, weil wir glauben gegen alle scheinbare Realität – so wie Josef geglaubt und vertraut hat.

Und alles das hat auch mit mir zu tun:
- Ich bin gefragt, meinen Träumen zu trauen, ihnen eine Gestalt zu geben.
- Ich bin gefragt, mich zur Verfügung zu stellen, mich einzusetzen, mich zu engagieren.
- Ich bin gefragt, mit meinem Leben Zeugnis von der Hoffnung zu geben, die mich erfüllt.

Ich bin gefragt, gerade auch heute in diesen Zeiten, nicht zu resignieren, aufzubrechen und weiterzugehen – aufgrund einer Verheißung dem Leben entgegen.

 

HFeldmann M

Ihr Gemeindereferent
Hubertus Feldmann

Telefon: 02924 9749151
E-Mail: hubertus.feldmann@pr-soest.de

 

16.12.2020: #Erwartung

Kind in der Erwartung

 

In jener Zeit rief Johannes der Täufer zwei von seinen Jüngern zu sich, schickte sie zum Herrn und ließ ihn fragen:
Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten? (Lukas 7, 18-19)

 


(Foto: www.pixabay.de)

 

So beginnt das heutige Tagesevangelium. Wie geht es uns persönlich mit dieser Frage? Sind wir auch in der Erwartung auf den, der an Weihnachten zu uns kommen will? Oft ist die Rede vom adventlichen Leben. Die Vorweihnachtszeit soll ja eigentlich die Christen einladen, sich auf das Fest einzustimmen. Äußerlich passiert dies sicherlich sehr oft: In den Familien werden Plätzchen gebacken, die Geschenke werden besorgt, in Gedanken ist man schon bei der Frage: Was sollen wir denn am Heiligen Abend essen? Tatsächlich ist der Monat Dezember von diesen Vorbereitungen und Planungen bestimmt – selbst in diesem Jahr, wo so vieles anders ist.

Doch stellen wir uns in all‘ dem Trubel und der Hektik wirklich die Frage nach ihm, der „kommen soll“?

Vor einigen Jahren fiel mir ein Buch in die Hände mit dem Titel „Der Besuch“. Geschrieben wurde es von dem Engländer Adrian Plass (* 1948), Mitglied der Church of England. In seinen Werken setzt er sich oft mit einem liebevoll-ironischen Unterton mit dem Leben in (s)einer Gemeinde auseinander.

Worum geht es nun ganz konkret in dem Buch „Der Besuch“? Voller Begeisterung steht an einem Sonntag der Pfarrer vor seiner Gemeinde und berichtet mit Stolz in den Augen: Ich habe einen Brief bekommen – von unserem Gründer. Er will uns besuchen! … Tatsächlich erscheint dieser in der Adventszeit eines Morgens im Gottesdienst. Die Erwartung ist groß, doch dieser Besucher entspricht ihr oftmals nicht. Er handelt so ganz anders, häufig absolut gar nicht, wie es die Gemeinde eigentlich (für ihn) vorgesehen hat. Erzählt wird das Ganze aus der Perspektive von Peter, einem frommen Kirchenmitglied, der gerne und viel organisiert. Doch der Gründer lässt sich nicht „durchorganisieren“. Statt sich im Generalvikariat mit den Kirchenoberen zu unterhalten, wendet er sich Kindern zu. Der Gottesdienst ist auch nicht unbedingt „seins“, er geht lieber dahin, wo die Leute sind und besucht spontan die Kneipe gegenüber. Dennoch schafft er es irgendwann, Peter und den anderen Gemeindemitgliedern seine Botschaft der Nächstenliebe zu vermitteln und als ihnen die Augen aufgehen, ist er nicht mehr da…

Bewegt hat mich neben dem Inhalt auch die folgende Aussage des Autors, der einmal im Interview erklärte, dass er das Buch in einem Rutsch heruntergeschrieben habe und später wenig revidiert habe.

In unserem Tagesevangelium heißt es übrigens weiter, dass die beiden Jünger wirklich Jesus aufsuchen und er ihnen sagt: Geht und berichtet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt! (Lk 7,22)

Nein, ich persönliche rechne nicht in den nächsten Tagen mit einem Besuch vom Gründer, aber seine Einladung „zu sehen und zu hören“, die gilt vielleicht heute auch uns – im Dezember 2020 in Soest – Möhnesee- Bad Sassendorf.

Und so möchte ich enden mit einem Ausruf, der dem Tagesgebet entnommen ist:

Allmächtiger Gott,
gib, dass wir die Ankunft deines Sohnes mit Freude erwarten.

Ich wünsche uns allen diese adventliche (Vor)Freude und hoffnungsvolle Erwartung!

 

FHeckerHerzliche Grüße aus dem Pfarrhaus Bad Sassendorf!
Ihre Felicitas Hecker
Gemeindereferentin im PR Soest

Zu erreichen über Mail: felicitas.hecker@pr-soest.de oder Tel.: 02921 / 53614

 

15.12.2020: #Torschluss-Panik?

Türe St. BrunoSeit gestern wissen wir, dass ab Mittwoch, also ab morgen in unserem Land ein harter Shut-Down gilt. Das öffentliche Leben wird wieder stark heruntergefahren und die Läden müssen bis auf wenige Ausnahmen schließen. Gehören Sie zu denen, die ein Stück Tor-Schluss-Panik empfinden und noch kurz vor Tores Schluss Dinge einkaufen wollen? Weihnachtsgeschenke, Weihnachtsbaum, Kleidung oder sonst irgendetwas, das es bis zum 10. Januar nicht geben wird? Dann wird heute für Sie sehr hektisch sein, wenn sie nicht auf den Online-Handel ausweichen wollen oder können.


Tore schließen sich in den Städten und in der Kirche singen wir, bzw. hören wir jetzt nur noch „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“. Es ist die Erinnerung im Zugehen auf Weihnachten, dass Gott uns in Jesus neue Lebensmöglichkeiten eröffnet hat. In unseren Kirchen zeigt das besonders schön das Portal der Soester St. Bruno Kirche. Die Vertreibung aus dem Paradies ist der Taufe Jesu auf den beiden Türflü-geln gegenübergestellt. Für Adam und Eva schließt sich die Tür zum Paradies nach dem Sündenfall. In der mythischen Erzählung wird erklärt, warum ein Leben in Mühsal und Sterblichkeit ist das Los des Menschen – der Mensch wollte sein wie Gott. Im Kommen Jesu eröffnet sich dagegen eine Tür zum Himmel, zu einem Leben, das den Tod überwindet. Gott will in Jesus Mensch werden und in der Taufe Jesu im Jordan wird öffentlich: dies ist mein geliebter Sohn, an ihn sollt ihr glauben. Jesus wird deshalb schon in der frühen Theologie der neue Adam genannt.

Dieser Glaube hilft uns sicherlich wenig bei der Schließung der Geschäfte. Dieser Glaube bewahrt uns aber davor, sonst im Leben in Torschluss-Panik zu verfallen. Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott aus Liebe zu uns Menschen uns in Jesus eine neue Tür geöffnet hat. In der Erfahrung seiner Vergebung und Barmherzigkeit konnten die Menschen glauben, dass es bei Gott nie zu spät ist. Dieser Glaube kann uns innere Ruhe schenken und die Zuversicht, dass Gott immer neue Türen öffnet. Wenn Sie in diesen Tagen Zeit haben, dann machen Sie doch einen Spa-ziergang zur St. Bruno-Kirche und schauen sie sich das Portal einmal genauer an. Lesen Sie den Text von „Macht hoch die Tür“ einmal langsam durch und wenn Sie den Eindruck haben, dass sich Ihnen Türen verschlossen haben, dann lassen Sie diese Worte zum persönlichen Gebet werden.

Dietmar RöttgerMit adventlichem Gruß

Ihr
Dietmar Röttger, Propst
Propst-Nübel-Str. 4
59494 Soest

Tel.: 02921/6710661
Email: dietmar.roettger@pr-soest.de

 

 

14.12.2020: #Menschwerdung

Kompass 

Menschwerdung

Auf einer Reise habe ich diese Skulptur fotografiert.

 

(Foto: privat)





Der Umriss eines Menschen, angedeutet durch Buchstaben verschiedener Alphabete. Diese Buchstaben bilden eine offene transparente Hülle. Buchstaben, die Worte bilden können, Worte die Orientierung geben und Sinn stiften für unser Mensch werden.

Das was wir vielleicht zuerst mit dem Begriff „Menschwerdung“ verbinden ist die Menschwerdung Gottes, die im Johannesevangelium so umschrieben wird:

Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. (Joh. 1,14)

Das Wort ist Fleisch geworden, Gott ist Mensch geworden in Jesus. Er hat sein irdisches Leben als Baby begonnen, wie jeder Mensch. Er hat durch sein Leben gezeigt, was Gottes Wort in menschlichem Fleisch bewirken kann. Er hat die Kraft, das Wort Gottes lebendig werden zu lassen, als Auftrag an seine Jünger weitergegeben. Da wo Menschen in Jesu Nachfolge leben, wird das Wort Fleisch und verändert die Welt. Da öffnet sich eine neue Zukunft.

Im Sinne des lebendig-werdens müsste sich die grübelnde Skulptur des Menschen aus Buchstaben erheben und unter den Menschen aller Völker und Nationen das Menschsein leben, dem Wort Hände und Füße geben.

In den Nachrichten am Montag 7.12. war kurz ein Schüler der Willy-Brandt-Schule in Warschau zu sehnen. Dieser Schüler einer Schule, an der Kinder und Jugendliche aus vielen Nationen lernen, sagte, er mache die Erfahrung, dass durch das gemeinsame Lernen Verständnis und Gemeinschaft entstehen und er habe den Eindruck, dass in der Berichterstattung über das deutsch – polnische Verhältnis von solchen Erfahrungen viel zu wenig berichtet werde. Als ich das hörte, musste ich an Menschwerdung denken. In der Erfahrung dieses Jugendlichen ist das öffnende, verändernde, befreiende Wort am Werk.

Und das Wort ist Fleisch geworden. Gott schenkt uns Zukunft. Der Beginn dieser Zukunft wird an Weihnachten immer wieder neu gefeiert.

Vielleicht wird Ihnen in diesem Advent auch die Erfahrung geschenkt, dass das göttliche Wort Fleisch wird oder Sie sind selber der Mensch, durch den die Menschwerdung des Wortes geschieht. Ich lade alle ein, wachsam dafür zu sein, denn Advent heißt auf die Ankunft warten, Advent heißt aufmerksam sein dafür, wo Gott Mensch wird; aufmerksam sein dafür, wo das Wunder geschieht, wo ein Licht in den Herzen scheint.

Einen gesegneten Advent wünscht
Detlev Gethmann

Pater Cornelius

 

 

Gemeindereferent Detlev Gethmann
Gemeindereferent

Telefon: 02921 67106-71
E-Mail: detlev.gethmann@pr-soest.de

 

11.12.2020: #Wir haben Hochzeitslieder gespielt und ihr habt nicht getanzt

Flötenspieler

 

 

 

Mit wem soll ich diese Generation vergleichen?
Sie gleicht Kindern, die auf dem Marktplatz sitzen und anderen Kindern zurufen:
Wir haben für euch auf der Flöte Hochzeitslieder gespielt,
und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen (Mt 11,16-17)

 

 (Foto: P. Cornelius Wanner  OSB)



Waren Sie schon mal enttäuscht und das nicht nur jetzt in dieser Coronazeit?

Vielleicht denken Sie: Sicher, wer ist das nicht immer wieder einmal?

Und auch die Sätze aus dem heutigen Tagesevangelium (Mt 11,16-19) machen uns bewusst, dass es in unserem Leben wohl nicht ohne Enttäuschungen gehen kann.
Ja, dass Enttäuschungen zu den Erfahrungen zählen, die wir in unseren Leben einfach machen müssen.

Mit Sicherheit sind wir manchmal zu Recht enttäuscht, weil andere unser Vertrauen missbraucht und uns dadurch getäuscht haben. Manchmal sind wir aber auch zu Unrecht enttäuscht von anderen, weil wir etwas von ihnen erwartet haben, was diese gar nicht erfüllen konnten.

Und mit Gott geht es uns da vielleicht ganz ähnlich. Unsere Erwartungen an ihn sind groß und sie gehen bei Weitem nicht immer so in Erfüllung, wie wir es gerne hätten. Auch Jesus konnte die unterschiedlichen Erwartungen, welche die Menschen seiner Zeit an ihn herantrugen, nicht immer erfüllen, und er entsprach auch nicht immer dem Bild des Messias, dass viele Menschen in sich trugen. Und doch wurde er zum Retter und Erlöser. Das heißt für mich: Vielleicht brauchen wir die Enttäuschungen in unserem Leben, vielleicht brauchen wir die Erfahrungen, dass nicht alles nach unserem Kopf gehen muss und kann, und vielleicht erkennen wir dann gerade darin, dass Gott Großes mit uns vorhat.

Die Enttäuschung ist ja auch das Ende der Täuschung
und somit der erste Schritt hin zu etwas Neuem!

Ich wünsche Ihnen heute einen guten Tag

 

Ihr P. Cornelius Wanner OSB
Pastor, Schwerpunkt Möhnesee

Tel. 02924 / 9 74 91 52
E-Mail: cornelius.wanner@pr-soest.de

 

 

10.12.2020: #Goldtaler finden, oder: den Adventskalender geplündern

Abendstimmung

 

 Goldtaler finden, oder:

den Adventskalender geplündert

 

 

 

(Foto: privat)

 

Ich sah es schon am Gesicht der Erzieherin. Irgendetwas war wieder vorgefallen, als ich meinen Sohn vor Jahren im Advent aus dem Kindergarten abholte. Mit (sehr vorsichtig formuliert) äußerst betretener Miene zog sie mich zur Seite und sagte, dass wir mal reden müssten. Was war passiert?

In der Kindergartengruppe gab es im Advent einen Adventskalender und ein Kind durfte jeden Tag ein Kläppchen öffnen. In dem Kläppchen verbarg sich ein Schokoladen-Goldtaler. Nun hatten sich 4 Jungs, als es zum Spielen nach draußen ging, im Gruppenraum versteckt und waren unbemerkt drin geblieben. Klammheimlich hatten sie sich über die Goldtaler im Kalender hergemacht und hatten – nachdem sie gerecht geteilt hatten – alle verputzt. Mein Sohn war dabei gewesen. Natürlich war mir das peinlich. Und auch meinem Sohn sprach das schlechte Gewissen meilenweit aus dem Gesicht.

Innerlich musste ich aber auch schmunzeln. Raffiniert war das schon, was die 4 da ausgeheckt hatten. Zu Hause haben wir dann überlegt, wie wir das wieder gut machen können, und haben eine gute Lösung gefunden.

Warum ich das erzähle? Weil ich mich in diesem „Corona-Advent“ deutlicher als sonst frage, wie ich mir, oder wir uns, die Adventszeit „vergolden“ können. Normalerweise höre ich von fast allen Menschen, dass der Advent purer Stress ist und man halbtot unter den Weihnachtsbaum fällt: Weihnachtsfeiern, Weihnachtsmärkte, Hausputz, Krippenspiel- oder Musik üben, Konzerte, Besinnungsandachten, Geschenkekauf, und, und, und…

Dieses Jahr nicht. Immer wieder höre ich sagen: „Das ist wieder ein Advent wie früher.“ Oder: „ Es ist auch sehr schön, im Advent wirklich mal Ruhe zu haben.“ Das kann ich gut verstehen und frage mich: „Warum dann nicht weiter so? Wer bestimmt (mich) denn, dass ich zu all den üblicherweise „wichtigen“ Terminen gehe?“

Ich könnte mir doch den Advent schön machen. Ja, Goldtaler im Advent kann man finden: sich Ruhe gönnen, weniger Geschenke und Termine, einem alten Freund eine Karte schreiben, den Adventskranz anzünden und eine Geschichte lesen oder die alten Lieder singen; sich fragen, wie Gott denn bei mir ankommen könnte.

Wenn man will, dann kann man:

sich den Advent gönnen; Goldtaler finden und sich das Leben versüßen. Dass ich das mal aus dem Kinderschabernack ziehe, hätte ich auch nie gedacht. Auch das ist schon für sich ein Goldtaler.

 

Andreas Krüger

 

Liebe Grüße und Danke

Ihr Andreas Krüger, Gemeindereferent

andreas.krueger@pr-soest.de
02921 3690388

 

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